Wer klemmte GPS-Tracker an Puidemonts Wagen?

Die Staatsanwaltschaft der Provinz Wallonisch-Brabant ermittelt in diesen Tagen in einem Fall, der bereits einige Wochen zurückliegt. Damals entdeckten Mitarbeiter des katalanischen Separatistenführers Carles Puigdemont einen GPS-Tracker unter dessen Wagen. Der verhinderte katalanische Ministerpräsident hielt sich seiner Zeit in einer Villa in Waterloo in Wallonisch-Brabant auf, wohin er nach seinem Verfahren in Deutschland auch wieder zurückkommen will.

Carles Puigdemont mag wieder aus dem deutschen Gefängnis in Neumünster entlassen worden sein, doch der katalanische Separatist und verhinderte Ministerpräsident bleibt international in den Schlagzeilen. Jetzt melden spanische und katalanische Medien, dass die Staatsanwaltschaft der Provinz Wallonisch-Brabant Ermittlungen rund um die Vorkommnisse zu Puigdemont eröffnet hat.

Zum einen will die Staatsanwalt wissen, wer vor einigen Wochen einen GPS-Tracker an ein Fahrzeug von Puigdemont in Waterloo angebracht hat - ein Mietwagen vom Typ Renault Espace, so die flämische Tageszeitung De Morgen am Samstag. Dieses Satellitengerät konnten dessen Mitarbeiter entdecken und entfernen. Die Anwälte der Katalanen hatten diesen Vorfall bei der Polizei angezeigt und dabei u.a. einen Verstoß gegen den Schutz des Privatlebens angeführt. Puigdemont mietet seit seiner Flucht vor der spanischen Justiz in Waterloo eine Villa für sich und für einige seiner Mitarbeiter.

Spanischer Geheimdienst in Belgien aktiv?

Zum anderen will die hiesige Justiz wissen, welche Rolle die Geheim- und Nachrichtendienste aus Spanien hier spielen. Die spanische Regierung halte sich in dieser Sache erstmal zurück, so Beobachter, doch laut der spanischen Presseagentur Efe wurde bisher noch niemand im Zuge der Ermittlungen in Belgien offiziell beschuldigt.

Unklar ist auch noch, ob der Vorfall um den GPS-Tracker in Waterloo mit der Verhaftung Puigdemonts im deutschen Neumünster nahe der Grenze zu Dänemark auf der Rückreise des streitbaren Katalanen aus Finnland in Richtung Belgien zu tun hat. Nach einem Bericht der spanischen Tageszeitung El Pais sollen mehrere Dutzend Mitarbeiter des spanischen Geheimdienstes CNI Puigdemont & Co. seit deren Anwesenheit in Belgien rund um die Uhr beobachten.

Puigdemont will wieder nach Belgien kommen

Carles Puidgemont will nachdem das juristische Verfahren gegen ihn in Deutschland abgerundet ist, wieder nach Belgien zurückkommen. Dies sagte er im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin am Samstagmittag. Der 55 Jahre alte katalanische Separatist ist nach seiner Festnahme am 25. März in Neumünster zwar wieder ein freier Mann, allerdings unter Auflagen der deutschen Justiz. Sobald aber ein Urteil zu seinem Vorteil gesprochen wird, werde er seine „Aktivitäten in der Verbannung“ von Belgien aus weiterführen.