"Plastic Attack" in Brüssel: "Absurde Kultur"

Am Samstag fand in einem Delhaize-Supermarkt an der Anspachlaan im Zentrum von Brüssel die erste „Plastic Attack“ statt. Dabei ließen Umweltaktivisten nach ihren Einkäufen die Plastikverpackungen der Waren auf eine friedliche Art und Weise in dem Markt zurück. Die Veranstalter wollen mit solchen Aktionen vor der „absurden Plastikkultur“ warnen, in der unsere Gesellschaft lebt. Der Einzelhandel verurteilt die Aktion allerdings.

Die Organisatoren der ersten „Plastic Attack“ in Brüssel empfahlen den Teilnehmern dieser Aktion zwei Möglichkeiten, um gegen den Plastikmüll vorzugehen. Entweder man ließ die Plastikverpackungen der eingekauften Waren im Einkaufskorb, im Einkaufswagen oder in einer vor dem Delhaize an der Anspachlaan aufgestellten Kiste zurück, oder man sollte nur Dinge einkaufen, die nicht in zusätzlichen Plastikfolien verpackt sind.

Aktionen, wie diese, seien absolut notwendig, so die Veranstalter, die dazu mitteilen: „Unsere Gesellschaft wird zu einer absurden Plastikkultur. Wir müssen alle unseren Lebensstil ändern. Man kann das tun, in dem man plastikvermeidend einkauft, in dem man Plastiktüren ablehnt, in dem man in verpackungsfreien Geschäften einkauft oder auch in dem man bewusster mit der Plastikkultur umgeht.“

Der Einzelhandel in Belgien kritisierte die Aktion umgehend. Retailexperten sind der Ansicht, dass dabei nur ein Sektor, nämlich der der Warenhäuser stigmatisiert werde. Zwar sei man mit den Kampf gegen die Umweltverschmutzung einverstanden - auch Handel und Industrie hätten Probleme z.B. mit der „Plastiksuppe“ in den Weltmeeren, doch es sei ein Fehler, nur die Märkte zu kritisieren. Jorg Snoek vom Einzelhandelsverband Retail Detail erinnert daran, dass es Verbraucher seien, die ihren Plastikmüll einfach nur wegwerfen.

Beide Seiten wünschen Gespräche

Retail Detail plädiert für konstruktive Gespräche zwischen dem Handel, den Produzenten und den Verbrauchern. Bei „Plastic Attack“ legt man Wert auf die Feststellung, dass sie die Supermärkte nicht als die Sündenböcke angreifen wolle: „Wir wollen auf niemanden mit dem Finger zeigen. Wir möchten viel lieber mit ihnen zusammenarbeiten.“