IC Brüssel-Amsterdam wird schneller und teurer

Ab dem 9. April wird der Intercityzug zwischen Brüssel und Amsterdam seinen Laufweg ändern und über Breda und die niederländische Hochgeschwindigkeitsstrecke HSL-Zuid geleitet. Damit ist dieser Zug rund eine halbe Stunden schneller an seinem Ziel, als bisher. Doch gleichzeitig erhöhen die belgische und die niederländische Bahn ihre Tarife für diesen Zug.

Wer in Zukunft ein Last-Minute-Ticket für eine Bahnfahrt mit dem IC von Brüssel oder Amsterdam erwerben möchte, der muss tiefer in die Tasche greifen. Was bisher 55 € für eine einfache Fahrt kostete, schlägt jetzt mit 95 € zu Buche. Günstige Tarife gelten wohl nur noch, wenn man seine Fahrkarte mindestens 7 Tage im Voraus bucht. Die verantwortlichen Bahngesellschaften NMBS/SNCB in Belgien und NS in den Niederlanden wollen damit Frühbucher ermutigen und Fahren in der Woche, also außerhalb der Wochenenden bewerben. Doch auch ein Frühbucher-Ticket kostet für eine einfache Fahrt mit 65 € noch immer 10 € mehr als bisher.

Vorteil ist, so die Bahn, dass die Züge jetzt rund eine halbe Stunde früher in Amsterdam, bzw. in Brüssel sind, wenn man die gesamte Strecke fährt. Die Fahrzeit dauert nur noch 2 Stunden und 53 Minuten. Doch die Tariferhöhung stößt auf Kritik. Der belgische Fahrgastverband ZugTramBus (TTB) ist der Ansicht, dass damit die Preisspanne zwischen einer Bahnfahrt und einem Flug deutlich kleiner wird. TTB kritisiert auch die lange Vorlaufzeit von 7 Tagen für die günstigeren „Early-Bird-Tickets“ für diese Züge.

Profitieren könnte davon die deutsche international operierende Fernbusgesellschaft Flixbus. Hier kostet eine Fahrt von Brüssel nach Amsterdam nur ganze 11 €. Doch die belgische Bahn empfindet Flixbus nicht als Konkurrenz. Bahnsprecher Bart Crols sagt dazu: „Wir fahren mit einer größeren Frequenz und können höhere Geschwindigkeit bieten, weil wir eine eigene Bettung haben.“

Mehrere Alternativen auf der gleichen Strecke

Zum Nachteil für die Bahn gereicht die Tatsache, dass auch kürzere Verbindungen auf der Strecke zwischen Brüssel und Amsterdam teurer werden. Auch für eine Bahnfahrt von Antwerpen nach Rotterdam wird ein Preisaufschlag von 25 % erhoben. Doch schneller fährt man hier nicht, da die IC-Züge erst ab Rotterdam auf der Schnellfahrstrecke unterwegs sind. TTB geht davon aus, dass Fahrgäste auf den kürzeren Strecken wohl wieder auf das Auto umsteigen werden.

Auch der Fahrweg ändert sich durch die Tatsache, dass die früher Beneluxzug bzw. „Amsterdamer“ genannten Züge auf die Schnellfahrstrecke ausweichen. Roosendaal in Flandern und Dordrecht in den Niederlanden werden nicht mehr angefahren, wohl aber Noorderkempen und Breda. 12 Züge verbinden jetzt Brüssel, Brussels Airport, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam in beiden Richtungen. Vier Mal pro Tag und pro Richtung fahren Züge zwischen Antwerpen und Den Haag, die in Rotterdam abbiegen und Amsterdam nicht anfahren.

Ab Mai sollen die IC-Züge auch um einen Waggon von jetzt sechs auf dann sieben Wagen verlängert werden. Die Konkurrenz fährt übrigens mit: Thalys setzt ebenfalls 14 Hin- und Rückfahrten zwischen Brüssel und Amsterdam ein, die ebenfalls über die HSL-Zuid fahren und die beiden täglichen Eurostar-Verbindungen zwischen Amsterdam und London berühren Brüssel auch. Hier allerdings wird Antwerpen ohne Halt durchfahren.