Sozialinspektion überprüft Ryanair in Zaventem

Nach Meldungen verschiedener Tageszeitungen in Belgien führt die Sozialinspektion bereits seit einigen Monaten eine umfassende Kontrolle der Aktivitäten des irischen Billigfliegers Ryanair am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem durch. Nach Angaben der Gewerkschaften arbeitet Ryanair mit unmöglichen Dienstplänen mit vielen Überstunden.

Die Sozialinspektion von Halle-Vilvoorde in der Provinz Flämisch-Brabant ist bereits seit einigen Monaten dabei, die Aktivitäten der irischen Low-Cost-Airline Ryanair am Brussels Airport in Zaventem unter die Lupe zu nehmen. Dies meldet u.a. die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ und die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd.

Die Kontrolle erfolgt nach einer Klage, die die christliche Beamtengewerkschaft LBL Ende 2017 eingereicht hat. Hierin heißt es, dass die Mitarbeiter von Ryanair am Brüsseler Flughafen über ein besonders „schwaches Statut“ beschäftigt seien. Die Arbeitsverträge seien irische Verträge mit einer dem irischen Einkommensgefüge entsprechenden geringen Entlohnung, so die Gewerkschaft. Die Beschäftigten zahlen ihre Steuern angeblich auch nicht in Belgien sondern in der Heimat von Ryanair.

Die Sozialinspektoren haben in den vergangenen Tagen und Wochen mehrere Ryanair-Beschäftigte am Standort Zaventem zu ihren irischen Verträgen, zu den Dienstplänen, den erwarteten Zielvorgaben und den Arbeits- bzw. Überstunden befragt. Die Frage, die sich die Sozialinspektion derzeit stellt, ist die, ob die Aktivitäten von Ryanair am Brussels Airport als belgisch angesehen werden können. Ist Ryanair in Brüssel also ein belgisches oder doch eher ein irisches Hub mit Standort in Belgien?

Die Untersuchung von Ryanair am Standort Brüssel ist kein leichtes Unterfangen. Viele Beschäftigte arbeiten bei Ryanair als Selbständige und das Kabinenpersonal, laut BRUZZ oft billige Arbeitskräfte aus Ost- oder Südeuropa, wechselt bei dem Billigflieger jedes Jahr oder alle zwei Jahre den Standort innerhalb der Niederlassungen der Airline.

Paul Buekenhout von der Gewerkschaft LBE sagte gegenüber dem Wirtschaftsblatt De Tijd, dass die Sozialinspektion im Mai oder spätestens im Juni einen Bericht vorlegt. Was die LBE für die Ryanair-Beschäftigen will, ist eindeutig: „Wir wollen, dass Ryanair das belgische Arbeitsrecht respektiert.“