Vilvoorde: Werk von Portaels endlich restauriert

In diesen Tagen wird in der großen Kirche von Vilvoorde bei Brüssel in Flämisch-Brabant ein monumentales Gemälde des Künstlers Jean-François Portaels an seinem angestammten Platz aufgehängt. Die Kommunalverwaltung hatte dieses Werk aus Anlass des 200. Geburtstags des Künstlers, der in der Stadt zur Welt kam, restaurieren lassen.

Jean-François Portaels (1818-1895) hatte das Werk im Jahr 1852 gemalt und der Liebfrauenkirche der Guten Hoffnung (kl. Foto) in Vilvoorde geschenkt. Das Werk ist ein Tryptichon, besteht also aus drei Teilen. Im Zentrum des 6 Meter hohen Gemäldes steht ein Besuch der schwangeren Maria bei ihrer Cousine Elisabeth (Foto oben). Auf den Seitenflügeln sind Petrus und Johannes der Täufer zu sehen.

Der Maler Portaels, auch in Flämisch Jan Frans Portaels genannt, mag heute von der Kunstwelt ein wenig vergessen zu sein, doch in seiner Zeit nahm er eine bedeutende Rolle unter den Künstlern in Belgien, bzw. im Brüsseler Raum ein. In Vilvoorde hingegen war und ist er einer der prominentesten Söhne seiner Stadt. Dabei war der Künstler jahrelang Leiter der Akademien für schöne Kunst von Brüssel und Gent und in seinem Atelier half er Künstlern, wie Vincent Van Gogh oder James Ensor dabei, ihr Talent zu entdecken.

Neben einigen religiösen Werken schuf Portaels viele Gemälde, die eher dem Orientalismus zugeordnet werden können. Vilvoorde ehrt den Maler mit einem Portaels-Jahr. Dazu gehören Ausstellungen, Lesungen und auch ein orientalisch geprägter Umzug durch die Stadt Mitte Juni.

Die Restaurierung des Werks aus der Liebfrauenkirche hat etwa ein Jahr gedauert. Dabei mussten „einige Lagen“ Lack und Schmutz entfernt werden. Heute ist die originale Pracht von Portaels Farben wieder sichtbar. Das Tryptichon ist ab sofort in der Liebfrauenkirche von Vilvoorde zu besichtigen. Es hängt im hinteren Teil der Kirche recht vor dem Altarraum. Die Restaurierung erfolgte übrigens in der Liebfrauenkirche selbst (Foto unten).