Lukas Dhondts Film "Girls" auf Filmfest in Cannes zu sehen

Der Genter Regisseur Lukas Dhondt ist mit seinem ersten Spielfilm "Girl" für die Internationalen Filmfestspiele von Cannes ausgewählt worden. "Girl" erzählt die Geschichte einer transgender Ballerina und wird auf den berühmten Filmfestspielen von Cannes Weltpremiere feiern.

Dhonts Film ist nicht für den Hauptwettbewerb ausgewählt worden, hat aber gute Chancen in den Kategorien bester Debutfilm und Nachwuchstalent.

Der Film des Belgiers ist einer von 15 Filmen in der  Kategorie "Un Certain Regard" (dt. "Ein gewisser Blick"). Das ist eine Sektion der Internationalen Filmfestspiele von Cannes, um Filme zu fördern, die zu "untypisch" für den Hauptwettbewerb des Filmfestivals sind. Deren Macher sind deshalb oft nur wenig bekannt.

Lukas Dhont ist bereits aufgrund seiner Kurzfilme der Filmwelt bekannt. "'Girl' auf den Filmfestspielen von Cannes in Weltpremiere gehen zu lassen, ist einfach unglaublich", reagierte Dhondt.

"Girl" erzählt die Geschichte von Lara, die mit ihren 15 Jahren von einer Karriere als Primaballerina träumt. Mit Unterstützung ihres Vaters, geht die Jugendliche, die im Körper eines Jungen geboren wurde, dieses Abenteuer ein.

"Traum, der Wirklichkeit wird"

"Wir haben vier Jahre an dem Film gearbeitet. Für mich ist das wie ein Traum, der Wirklichkeit wird", betonte Lukas Dhont, der davon überwältigt ist, dass er seinen Film auf Filmfestspielen präsentieren darf, auf denen Regisseure wie Yorgos Lanthimos und Michel Franco, die ihn inspirierten, schon ihre Produktionen vorstellten.

Dhondt erklärte, dass ihm die Idee zu "Girl" 2009 kam, als er die Zeitung las. Dort sei von einem jungen Mädchen die Rede gewesen, die eine Primaballerina werden wollte, aber im Körper eines Jungen geboren wurde. "Das hat mich sofort berührt", so Lukas Dhont. Daraufhin sei seine Heldin Lara entstanden.

Um das Thema wahrheitsgetreu auf die Leinwand zu bringen, hat sich der Belgier mit mehreren Transgender getroffen. "Ich wollte, dass mein Film der Wahrheit entspricht, nicht nur technisch gesehen, sondern auch auf psychologischem Gebiet. Es war also wichtig, Menschen zu treffen, die diese Geschichte mitgemacht haben. (...) Ich hoffe, dass 'Girl' als Inspiration einigen Leuten dienen kann", fügte der Filmemacher noch hinzu.

Der Spielfilm wurde mit Unterstützung des "Flämischen Audiovisuellen Fonds produziert und wird Ende des Jahres in Belgien gezeigt. Er wurde von "Menuet" in Zusammenarbeit mit "Frakas Productions" für das frankophone Belgien und mit "Topkapi Films" für die Niederlande produziert.

"Girl" wurde im Rahmen von "Résidence du Festival" entwickelt, eine Initiative des Festivals von Cannes, die mit Cinéfondation (zur Förderung der nächsten Generation internationaler Filmemacher) verknüpft ist.

Die diesjährigen internationalen Filmfestspiele von Cannes finden vom 8. bis 19 Mai statt.