Besondere Orte im Bild: Die Brüsseler Solvay Bibliothek

VRT-Hausfotograf Alexander Dumarey widmete sich in seiner aktuellen Bilderreihe „Besondere Orte“ der Solvay Bibliothek in Brüssel. Dieses Gebäude aus dem Jahr 1902 liegt mitten im Leopoldpark in Brüsseler Europaviertel. Von außen mag die Bibliothek eher nüchtern aussehen. Im Inneren aber zeigt sich ein reichhaltiges Art-Nouveau-Interieur, das seinesgleichen sucht.

Die Solvay-Bibliothek, das "Soziologische Institut Solvay“, wie die Einrichtung offiziell heißt, wurde 1902 von den Architekten Henri Vandeveld und Constant Bosmans im Auftrag des Industriellen Ernest Solvay entworfen. Seit 1981, als die Universität auszog, stand das Gebäude leer und wurde kaum noch genutzt. 1988 wurden die ersten Renovierungspläne vorgelegt und 1994 konnte die Restauration abgerundet werden.

2012 wurde die neuerliche Restaurierung des Gebäudes mit dem EU-Preis für Kulturerbe ausgezeichnet. Zwei Jahre davor organisierte der damalige EU-Ratspräsident und ehemalige belgische Premierminister Herman Van Rompuy seinen ersten EU-Gipfel in der Solvay-Bibliothek. Heute nutzt das Eventunternehmen Edificio das Gebäude für Veranstaltungen privater und öffentlicher Natur.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Leopoldpark in Brüssel zu einer Wissenschaftsstadt der damaligen Université Libre de Bruxelles. Mehrere wissenschaftliche und medizinische Fakultäten erhielten hier eigene Gebäude und 1902 kam die heutige Bibliothek auf Initiative von Ernest Solvay vom gleichnamigen und bis heute bestehenden Industrieunternehmen als Soziologie-Institut zustande.