Vor genau 60 Jahren - Eröffnung der Expo 58

Am 17. April 1958 wurde die Brüsseler Weltausstellung eröffnet. Diese damalige Schau der Superlative war seinerzeit tatsächlich ein weltweit beachtetes Ereignis und in der belgischen Hauptstadt wird es bis heute nach. Die Expo 58 war die erste Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg und sie fand auf dem Höhepunkt des damaligen Standes der Technik und der Technologie statt. Zeuge ist bis heute davon das Atomium, dass für die Expo 58 errichtet wurde und die Zeiten überlebte.

Als der noch junge belgische König Baudouin die Expo 58 am 17. April 1958 feierlich eröffnete, eröffnete er gleichzeitig eine ganze neue Stadt, in der die neueste Technik, die in dieser Zeit die Welt beherrschte, ihr Zuhause hatte. Das Heysel-Gelände, heute Messezentrum und (noch) Heimstadt des wichtigsten Fußballstadions in Belgien, war damals eine internationale City, in der sich 51 Nationen mit ihren Pavillons vorstellten.

Dabei waren die seinerzeit im „Kalten Krieg“ tief verfeindeten USA und UDSSR Nachbarn. Die damalige Sowjetunion trumpfte mit einem Nachbau des Satelliten Sputnik auf, den sie kurz zuvor erst in die Erdumlaufbahn geschossen hatte. 1958 waren die Sowjets den Amerikanern in Sachen Raumfahrt eine Nasenlänge voraus…
 

Das kleine Königreich Belgien präsentierte sich der Welt mit gleich 80 Pavillons und Bauten. Dabei fiel vor allem das Atomium auf. Dieses 102 m hohe metallene „Etwas“ mit seinen 9 Kogeln, die jeweils einen Durchmesser von 18 m hatten (und haben) stellte ein Eisenkristall in 165-facher Vergrößerung dar.

Entworfen hatten es die beiden Architekten André Waterkeyn und Jean Polak. Sie entsprachen mit ihrem Werk damals dem Motto der Brüsseler Weltausstellung, dass da lautete: „Fortschritt der Menschheit durch Fortschritt der Technik“. Völlig neu waren 1958 Rolltreppen, die im Atomium für Furore sorgten. Heute wäre eine Gesellschaft ohne Rolltreppen wohl undenkbar…

Weltpolitik

Neben der Tatsache, dass Russen und Amerikaner auf der Expo 58 Nachbarn waren, sorgte Belgien auch mit seinen beiden Pavillons, die die Kolonie Kongo repräsentierten, für Aufsehen. Ironie der Geschichte: Nur zwei Jahre später erlangte das Kongo nach einem blutigen Aufstand seine Unabhängigkeit von Belgien zurück.

Für die Besucher, insgesamt 42 Millionen Menschen zwischen dem 17. April und dem 19. Oktober 1958, war dies alles wohl nur faszinierend. Sie erlebten eine wunderbare Welt der Technik und der Exotik nur 13 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Besucher kamen aus aller Herren Länder und eigentlich war wohl ganz Belgien hier zu Gast.

Noch heute ist Belgien auf dieses Ereignis stolz. Doch gerade in der Hauptstadt Brüssel hat die Expo 58 für eingreifende Veränderungen gesorgt. Um das Expo-Gelände am Heysel an den Verkehr anzubinden, wurde der der „Kleine Ring“ gebaut, ein Straßenring um das Zentrum Brüssels herum. Dem fielen damals viele auch historisch wertvolle Gebäude zum Opfer und schlug neben dem Bau der untertunnelten Nord-Süd-Gleisverbindung zwischen den Bahnhöfen Brüssel-Nord und Brüssel-Süd für weitere „Wunden“ in der Stadt.

Inzwischen sind die meisten Bauten der Expo 58 abgerissen worden oder mussten neuen Projekten weichen. Einiges ist noch auszumachen, wenn auch nur fragmentarisch. Das Atomium allerdings ist stehen geblieben und trotzte den Zeiten. Nach Abschluss der Weltausstellung strömten die Menschen weiterhin zu diesem Symbol der modernen Technik und das hat sich bis heute nicht geändert.

Das Atomium ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Symbole Brüssels, Belgiens und Europas geworden. Und seit einer umfassenden Renovierung vor einigen Jahren leuchtet es mehr denn je und wirft einen Blick auf die Geschicke Brüssels und seiner Menschen. Und in Zeiten von Smartphones und Selfies ist es wohl weltweit eines der am häufigsten fotografierten Bauwerke.

© José Fuste Raga - www.belgaimage.be