Die LKW-Maut bringt Belgien 686 Mio. € ein

Nach Angaben der Behörde Viapass, die die Gebühreneinnahme verwaltet, hat die LKW-Maut dem belgischen Staat im zweiten Anwendungsjahr Einnahmen in Höhe von 686 Mio. € besorgt. Im vergangenen Jahr stiegen die Maut-Einnahmen gegenüber 2016 um 3,4 %. Doch auch die Zahl der in Belgien per Lastwagen gefahrenen Kilometer ist weiter angestiegen.

Die LKW- bzw. Autobahnmaut wurde in Belgien vor zwei Jahren eingeführt. Sie verpflichtet Lastwagen über 3,5 Tonnen zur Entrichtung einer Gebühr für die Nutzung der hiesigen Autobahnen und einiger Schnellstraßen. Allerdings, so die Berechnungen der staatlichen Betreiberbehörde Viapass, steigen die Einnahmen aus dieser Maut nicht so schnell wie die Zahl der in Belgien von schweren LKW zurückgelegten Kilometer.

Diese Zahl lag im Zeitraum April 2015-April 2016 bei 5,97 Mia. km und stieg im gleichen Zeitraum im Jahr danach auf 6,18 Mia. km. Das hat auch damit zu tun, dass die Maut zusätzlich auf Basis des Schadstoffausstoßes der Lastwagen berechnet wird und die LKW der neueren Generationen (Euronorm 6) sind teilweise wesentlich umweltfreundlicher als ältere Fahrzeuge (Euronorm 5). Die „grüneren“ Lastwagen werden denn auch mit einer niedrigeren Gebühr belastet.

Täglich sind in Belgien zwischen 140.000 und 150.000 Fernlaster auf den Autobahnen unterwegs. Nur knapp die Hälfte davon sind LKW aus Belgien. Die anderen Fahrzeuge kommen aus dem Ausland oder sind dort registriert: 11 % aus den Niederlanden, 9 % aus Polen und der Rest kommt aus anderen Ländern in Europa.

Mehr LKW in Flandern unterwegs

Auffallend ist an der Statistik im Jahresbericht von Viapass, dass zwei Drittel der Einnahmen aus der belgischen LKW-Maut aus Flandern kommen, obschon die Autobahnnetze in Flandern und Wallonien in etwa gleichgroß sind. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Wirtschaftsräume in Flandern, z.B. die um die Häfen von Antwerpen, Gent und Zeebrügge, deutlich verkehrsintensiver sind.

Am ständigen Stauproblem in den belgischen Ballungsräumen hat die LKW-Maut allerdings nichts geändert. Diese an das System gebundene Hoffnung können die Verkehrsplaner in Bund und Ländern getrost vergessen. Das ärgert auch die hiesigen Wirtschaftsverbände.

BELGA/WAD