Warum sind Drogen in Belgien so billig?

Aus einer Studie der Hochschule von Gent ist ersichtlich, dass die Preise für Drogen in Belgien n den vergangenen Jahren nicht mehr gestiegen sind. Während vieles im Land konstant teurer wird, halten die Drogenpreise auf dem illegalen Markt ihren Status Quo. In allen Nachbarländern Belgiens liegen diese Preise deutlich höher. Woran liegt das?
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Tine Van Havere, eine Wissenschaftlerin der Hochschule Gent, arbeitet bereits seit Jahren an einer internationalen Studie zum Drogenkonsum (das ist „The Global Drug Survey“).

Sie kennt die Preise für diverse Drogenarten aus ihren Nachforschungen in Belgien: „Seit Jahren zahlt man hier für ein Gramm Kokain 50 € und eine XTC-Pille kostet zwischen 5 und 6 €.“ Für einen fertig gedrehten Joint mit Cannabis muss man laut Van Havere in Belgien nur 5 € hinlegen.

Der Grund für die hierzulande verleitenden günstigen Preise für das verbotene Gut Drogen liegt in erster Linie am Hafen von Antwerpen, Einfallstor für Drogen aller Art und aus allen Richtungen nach Europa. Viele Drogen kommen über Antwerpen auf den Markt und erst danach werden sie im Rest Europas und der Welt vertrieben. Viele Zwischenhändler und Dealer verdienen auf dem Weg zum Endverbraucher, sprich oftmals zum Süchtigen, an diesen Drogen.

„Während ein Gramm Kokain bei uns 50 € kostet, beläuft sich der Preis in Australien schon auf bis zu 200 €. Auch XTC wird in anderen Ländern oft für das Zehnfache des hiesigen Preises verkauft.“, so die Hochschulforscherin.

Niedrige Preise verleiten zum Konsum

Die auffallend niedrigen Preise für Drogen aller Art in Belgien verleiten viele Jugendliche nach Feststellung von Drogenberatern und Präventionsinitiativen dazu, eben mit Drogen zu experimentieren. „Die Preise für XTC-Pillen liegen in vielen Fällen unter denen für einen Cocktail mit Alkohol.“, sagt Kristof Bryssinck von Plug-INN, der Abteilung Jugendarbeit der Drogenberatung „Free Clinic“ in Belgien dazu.

Und auch Anwälte stellen fest, dass immer häufiger Jugendliche nach Drogendelikten vor Gericht gestellt werden. Tanja Smit, eine Anwältin, die oft mit Drogenfällen zu tun hat, ist ebenfalls der Ansicht, dass dies mit den niedrigen Preisen zu tun hat: „Das sorgt dafür, dass die Hemmschwelle bei den Jugendlichen, Drogen zu nehmen, sehr niedrig ist. Mit allen Folgen davon…“