VUB-Dozent seit zwei Jahren in iranischer Haft

Dem zum Tode verurteilten iranischen Mediziner und Gastdozenten der Freien Universität Brüssel (VUB), Ahmadreza Djalali, geht es zunehmend schlechter. Sein ehemaliger VUB-Kollege Gerlant van Berlaer erhielt jetzt ein Foto Djalalis, das ihn bleich und ausgemergelt zeigt. Der Iraner ist sehr krank und wird kaum behandelt. Man lasse ihn in seiner Todeszelle verkümmern, so van Berlaer.

Heute vor genau zwei Jahren, am 26. April 2016, wurde Ahmadreza Djalali bei einer Reise zu seiner Familie in seinem Heimatland Iran verhaftet und wegen Spionage und der Zusammenarbeit mit „feindlichen Ländern“ zum Tode verurteilt. Auch Berufungsverfahren gegen das Todesurteil änderten nichts an seiner Situation, doch offenbar exekutiert ihn der Iran nicht wegen dem Druck aus dem Westen. Um keinen Gesichtsverlust zu erleiden, so vermutet dessen VUB-Kollege und Freund Gerlant van Berlaer (kl. Foto), überlässt man ihn in seiner Zelle seinem Schicksal.

„Man erkennt ihn kaum wieder, so ausgemergelt ist er. Der Mann sie aus wie ein Sterbender. Das ist eine bewusste Strategie des Iran. Das Land weiß inzwischen verdammt gut, dass er unschuldig ist. Ihn zu exekutieren trauen sie sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht, um die Verbindungen mit Europa nicht zu beschädigen. Doch ihn freizulassen würde einen Gesichtsverlust für die iranische Justiz und den Geheimdienst darstellen. Seine Situation ist festgefahren und man lässt ihn sprichwörtlich in seiner Zelle verkümmern.“

Professor van Berlaer ruft Politik, Wirtschaft und die akademische Welt dazu auf, Djalalis Situation bei allen Kontakten mit iranischen Partnern anzusprechen: „Können wir mit einem Land Handel treiben und politischen Goodwill an den Tag legen, dass auf diese Weise die fundamentalen Menschenrechte eines Arztes und Wissenschaftlers, der sein Leben lang im Dienste von anderen stand schändet?“ Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) setzt sich schon lange für Ahmadreza Djalali ein. Er kündigte an, noch in dieser Woche beim iranischen Botschafter in Brüssel vorstellig zu werden, um Djalalis Freilassung zu fordern.