Erstmals arbeiten über 50.000 Brüsseler in Flandern

Jeden Tag pendeln 77.000 Brüsseler in eine andere Region, um dort zu arbeiten. Die große Mehrheit unter ihnen - rund 51.000 - ist in Flandern tätig. Das meldet das Brüsseler Arbeitsamt Actiris an diesem Samstag. Umgekehrt kommen täglich rund 231.000 Flamen in die belgische Hauptstadt zum Arbeiten.

Es ist das erste Mal, dass mehr als 50.000 Brüsseler nach Flandern zum Arbeiten fahren. Ihre Zahl hat seit 2012 um 12 Prozent zugenommen. Die Gesamtzahl an Brüsselern, die außerhalb ihrer eigenen Region arbeitet, das heißt in Flandern oder Wallonien, stieg im gleichen Zeitraum sogar um 15 Prozent.

Umgekehrt ist die Zahl der Flamen und Wallonen, die nach Brüssel zum Arbeiten pendelt, in den vergangenen fünf Jahren um 2,7 Prozent gesunken. Die Zahl der Jobs in der Region Brüssel stieg in diesem Zeitraum hingegen um 1,6 Prozent. Das bedeutet, dass mehr Stellen von Menschen besetzt werden, die in Brüssel wohnen.

Dadurch hat sich auch das Verhältnis zwischen Pendlern und Brüsselern verändert: Seit 2015 wird mehr als die Hälfte der Brüsseler Jobs von Menschen mit Wohnsitz in Brüssel ausgeführt. Früher waren die Pendler in der Mehrheit.

Insgesamt gab es letztes Jahr 726.350 Stellen in der Region Brüssel Hauptstadt, ein Rekord seit der Gründung der Region 1989.

Der Brüsseler Wirtschafts- und Arbeitsminister, Didier Gosuin, ist mit den Zahlen zufrieden, ergänzt aber, dass noch viel zu tun sei. "Die jungen Leute, die auf den Arbeitsmarkt strömen, müssten besser ausgebildet sein. Ein Fünftel derjenigen, die sich jedes Jahr anmeldet, hat keinen Abschluss der Sekundarstufe", so Gosuin.

Der Minister ruft dazu auf, die Erlernung von Sprachen, Spezialisierungen und die Erreichung von Diplomen zu fördern. Außerdem müsse die Kluft zwischen Nachfrage und Angebot auf dem Arbeitsmarkt verringert werden.