Tierschutzaktivisten stören Seelöwenshow im Zoo

Im Zoo von Antwerpen musste am Sonntagmittag eine Show mit Seelöwen unterbrochen werden. Tierschutz-Aktivisten demonstrierten gegen die Tiershow. Drei Personen sind vorübergehend festgenommen worden. Der Zoo bedauert den Zwischenfall: "Es ist nicht mehr zeitgemäß, auf diese Weise zu protestieren. Es ist schade, dass sie sich nicht für eine andere Art entschieden haben, ihren Protest mitzuteilen."

Auf YouTube ist ein Film aufgetaucht, der diese Seelöwenshow im Antwerpener Zoo zeigt. Während ein Mitarbeiter des Zoos den Seelöwen Kunststücke im Wasser machen lässt, tauchen plötzlich drei Tierschützer auf. Sie halten Tafeln hoch, auf denen steht: Stoppen Sie die Vorstellungen mit Tieren!"

Die drei Tierschützer werden sogleich ausgepfiffen. Ein Mann aus dem Publikum steht auf und nähert sich den Aktivisten. Der Aktivist landet im Wasser, die Menge applaudiert. Nach mehreren Zwischenrufen ist auch der Mitarbeiter des Zoos nicht mehr auf der "Bühne".

Die Aktivisten - mit einem niederländischen Akzent - rufen, dass Shows mit Tieren eingestellt werden müssten. Danach geht das Licht in der Halle aus. Am Ende des Videos scheint das Publikum, die Tribüne zu verlassen.

Zoo von Antwerpen: "Furchtbare Erfahrung"

Der Antwerpener Zoo hat inzwischen entschieden, drei Tage lang keine Seelöwen-Vorstellungen mehr zu zeigen. Alle bräuchten jetzt ein bisschen Ruhe, so die Sprecherin Ilse Seghers im VRT-Radio am Morgen.

"Das war eine sehr stressige Erfahrung, ein Albtraum. Menschen aus dem Publikum, die auf die Aktivisten reagierten, jemand, der im Wasser bei den Seelöwen landete. Das sind letztlich doch immer noch Raubtiere."

"Schade, dass sie sich für diese Art des Protests entschieden haben. Es ist nicht mehr zeitgemäß, das auf diese Weise zu machen. Es hat alle verärgert, nicht nur die Tiere und die Pfleger, sondern auch das Publikum, unter dem auch viele Kinder waren. Wir sind für den Dialog. Es ist schade, dass sie nicht vorher auf eine andere Weise ihre Absichten klar gemacht haben."

"Wenn sie behaupten, dass sie sich für das Wohl der Tiere einsetzen, sind wir auf ihrer Seite. Das Tierwohl ist unsere absolute Priorität. Unsere wissenschaftliche Abteilung führt Untersuchungen durch und wir lernen ständig hinzu und schauen, in welchen Bereichen wir Dinge noch weiter anpassen können. Wir haben in den vergangenen Jahren auch viel in die Modernisierung investiert, so dass die Menschen die Tiere auch auf andere Weise kennenlernen können."

Drei Personen seien im Zuge der Aktion vorübergehend wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen worden, bestätigt inzwischen die Polizei von Antwerpen.