Königin-Elisabeth-Wettbewerb und eine "Prise Afrika"

Serge Kakudji will dem traditionellen belgischen, aber weltweit bedeutenden Königin-Elisabeth-Musikwettbewerb eine Prise Kongo hinzufügen. Er ist einer der 55 Kandidaten in der ersten Runde, die an diesem 1. Mai beginnt.

Viel Glück, "in der Höhle des Löwen", wurde allen 55 auserwählten Kandidaten von den Organisatoren des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs gewünscht. Dort nehmen sechs belgische Soprane und ein "halber" Belgier, Serge Kakudji, teil. Er wurde 1989 in Kolwezi, in Katanga, geboren und mit seiner klaren Stimme schon bald entdeckt. Dank mehrerer Stipendien konnte er in Europa studieren.

Heute singt er in Opernhäusern, vor allem Barockopern. Doch fällt er auch außerhalb der Klassik auf: Vor einigen Jahren nahm er an der KVS-Vorstellung "Coup Fatal" teil. Über seinen besonderen Lebenslauf wurde zudem eine Dokumentation gedreht: "Rêve Kakudji".

Gefühle teilen

Es heiße "Wettbewerb", erzählt Serge Kakudji bei einer Probe im Flagey-Gebäude gegenüber der VRT, zwischen einem französischen Sopran und einem ukrainischen Bariton, aber "für mich ist das vor allem eine Gelgenheit, meine Gefühle zu teilen". Natürlich spiele die Technik in einem seriösen Wettbewerb eine große Rolle. Es sei eine schwierige Übung des Gleichgewichts zwischen "Mechanik und Gelassenheit".

Seine Stimme ist eine ganz besondere, ein Kontratenor. "Es ist eine Stimme, die von der Kastratenstimme 'abstammt'. Natürlich ist diese Praxis heute verboten und gehört der Vergangenheit an. Heute sind das Männer, die mit einer Kopfstimme singen."

An diesem Samstag singt Kakudji zehn Minuten in der ersten Runde, aber er will so lange wie möglich im Wettbewerb singen. "Wenn es die Zeit zuläßt, will ich das gerne, denn ich habe viele Dinge, die ich teilen kann, mein Repertoire, meinen Hintergrund, meinen Gesang und meine Gefühle", so Kakudji. "Ich habe echt Lust, das so lange wie möglich mit dem Publikum zu teilen."

Kakudji wohnt in Brüssel und reist von hier aus für Gesangsaufträge um die ganze Welt.