Brüssel: Sanierung des Leopold-II-Tunnels beginnt

In Brüssel ist am Dienstagabend die schon länger angekündigte Sanierung des Leopold-II-Tunnels zwischen Sainctelette/Ribaucourt und Koekelberg in Angriff genommen worden. Am Abend des Tages der Arbeit wurde der Tunnel zum ersten Mal für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Arbeiten sollen rund drei Jahre dauern und kosten 260 Mio. €. Die Tunnelsperrungen gelten zunächst nur für die Nachtstunden. Ab Sommer wird der Tunnel auch tagsüber gesperrt sein. Verkehrsprobleme sind vorprogrammiert.
DESSART Victoria

Der Leopold-II-Tunnel ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Er wurde erst vor rund 32 Jahren gebaut und eröffnet, doch zuletzt musste er häufiger nachts gesperrt bleiben, weil immer wieder Brocken aus der Betondecke auf die Fahrbahn gestürzt waren. Die Sanierungsarbeiten werden auf jeden Fall für Verkehrsbehinderungen sorgen, denn der Tunnel verbindet verkehrsreiche Ortsteile der Stadt.

Zum Ausgleich der vollständigen Sperrungen in den Sommermonaten sollen mehr Busse, Straßenbahnen und Nahverkehrszüge eingesetzt werden. Ziel ist, den Individualverkehr aus der und in die Brüsseler Innenstadt weitgehend auf den öffentlichen Nahverkehr umzulenken. Die nächtlichen Sperrungen finden von Sonntagabend bis donnerstags jeweils zwischen 22 Uhr am Abend bis 6 Uhr in der Frühe statt. So kann der Berufs- und Pendlerverkehr in einer ersten Phase noch durchlaufen. Dieser Tunnel ist der direkteste Weg von der Autobahn E40 aus Richtung Gent in das Brüsseler Stadtzentrum.

Brüssels regionaler Verkehrsminister Pascal Smet (SP.A) und das Mobilitätsamt der Hauptstadt raten Autofahrern, die dringend in die Innenstadt fahren müssen, Ausweichrouten zu nehmen. Wer in den Norden Brüssels fahren muss, der sollte die A12 nehmen. Autofahrer mit Ziel Anderlecht wird geraten, über die Industrielaan in Anderlecht und über den Ninoofsesteenweg zu kommen.

P+R und mehr Busse und Bahnen

Im Zuge der Arbeiten am Leopold-II-Tunnel werden die Straßen rund um den Elisabethpark und die Basilika von Koekelberg zu Einbahnstraßen und die Keizer Karellaan wird in beiden Richtungen auf jeweils einen Fahrstreifen verengt. Für Busse und Fahrräder wird dort allerdings ein eigener Fahrstreifen freigemacht. Brüssel Stadt und die Hauptstadtregion müssen noch für P+R-Parkplätze am Stadtrand sorgen. Dazu werden derzeit Gespräche mit den verschiedenen Ortsteilen und Gemeinden der Region geführt.

Im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel erhöht die belgische Bahn NMBS/SNCB zeitweise die Frequenz der Züge auf den Linien S3, S4 und S10 sowie auf der Bahnstrecke 60. Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn setzt mehr Busse auf den Linien 214 und 355 ein. Nicht zuletzt setzt die regionale Brüsseler Verkehrsgesellschaft mehr Busse auf den Linien 13, 14, 20, 48 und 87 und mehr Trams auf den Linien 19, 51 und 82 ein. Die Brüsseler Metro wird die Zugfrequenz auf allen Linien erhöhen.