Diebe stahlen die Eier von Schwänen in Brügger Parks

Die Mitarbeiter des kommunalen Gartenbaudienstes der Stadt Brügge haben am vergangenen Montag entdeckt, dass die vier Schwanennester im Park 't Stil Ende leer sind. Normalerweise sollten in jedem Nest drei oder vier Eier zur Brut liegen. Inzwischen wurde festgestellt, dass noch mehr Schwanennester leergeraubt worden sind.

Die Einwohner von Brügge lieben ihre Schwäne und vor allem in den Parkanlagen am Kanal 't Stil Ende sind bei diesen Tieren bevorzugte Brutstätten. Die Brügger Schwäne sind auch bei den Touristen sehr beliebt. Manchmal müssen deren Nester vor dem Ansturm durch Netz geschützt werden, was auch derzeit wieder der Fall ist. Dies jedoch verstört die Tiere zunehmend, wie aus der Stadtverwaltung verlautete.

Doch jetzt herrscht hier Alarmstimmung, denn in den vergangenen Tagen wurden mindestens vier Nester geleert und die Eier entwendet. Offenbar findet im Internet ein Handel mit Schwaneneiern und sogar mit Schwänen statt, wobei auch Anbieter aus Flandern aktiv sind, so Brügges Stadtverordneter für Umwelt und Grünflächen, Philippe Pierins (SP.A).

Schon im vergangenen Jahr musste die Stadt einen schweren Rückschlag bei ihren Schwänen hinnehmen. Damals wurde während der Brutzeit in Folge der Vogelgrippe eine Stallpflicht verordnet, wonach bei den Schwänen reichlich weniger Nachwuchs zur Welt kam. Vogelzüchter, die auch mit Schwänen handeln, bevorzugen Eier, die sie in Brutapparaten ausbrüten lassen. Danach werden die jungen Vögel beringt und haben somit einen „legalen“ Status, so der Vogelschutzverband Flandern.

Ein anderer Beweggrund für den Diebstahl von Eiern könnte bei Sammlern liegen, die die Schwaneneier leersaugen und in Sammelkästen aufbewahren. Oder die ausgesaugten Schwaneneier werden Künstlern verkauft, die daraus Fabergé-ähnlich bemalte Kunstwerke schaffen. Noch ist der Vorfall kein Drama, so Pierins: „Noch haben wir mehr als genug Schwäne in unserer Stadt“. Und doch bleibt dieser Diebstahl ein Skandal und ein nicht nachvollziehbarer Vorgang, so die Meinung in Brügge.