EU-Debatte mit belgischem Inhalt zur... Atomkraft

Nach der Rede von Belgiens Premierminister Charles Michel (MR - Foto) vor dem Europaparlament sollten die EU-Abgeordneten zu dessen Themen debattieren, doch diese Debatte artete in einen innerbelgischen Schlagabtausch zum Thema Atomkraft und nukleare Sicherheit aus. Zum Schluss musste der Parlamentsvorsitzende Antonio Tajani, in dem er darauf hinwies, dass dies keine Debatte über Belgien sei…

„Herr Premierminister. Jedes Mal, wenn ich hier im Europaparlament mit meinen Kollegen spreche und es geht dabei um Belgien, dann kommt schnell das Thema nukleare Sicherheit auf den Tisch. Meine französischen, deutschen und niederländischen Kollegen sorgen sich mehr über die nukleare Sicherheit als die belgische Regierung.“, sagte die flämische Sozialistin Kathleen Van Brempt (SP.A - kl. Foto) zu Premier Michel nach dessen Ansprache.

Sie zielte damit auf den neuerlichen Vorfall im Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen, bei dem im Meiler Doel 1 durch ein Leck im nuklearen Teil der Anlagen radioaktives Wasser austreten konnte. Sowohl die belgische Atom-Kontrollbehörde FANC, als auch die belgische Bundesregierung beeilten sich zu melden, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe und dass das vorzeitige Abschalten des Meilers für eine anstehende Routinekontrolle nach dem Leck ein normaler Vorgang sei.

Doch die EU-Abgeordnete Van Brempt sagte weiter in Richtung ihres Premiers: „Ich zähle auf sie, dass dieser Kernreaktor so schnell wie möglich geschlossen wird.“ Dieser Forderung schloss sich auch der frankophone Grüne Philippe Lamberts von Ecolo an: „Unsere Nachbarländer sind besorgt darüber, dass wir uralte Kernzentralen am Netz lassen.“ Bevor die Debatte ausartete, rief der EU- Parlamentsvorsitzende Antonio Tajani zur Ordnung: „Nur zur Erinnerung: Dies ist eine Debatte zur Zukunft Europas und nicht über Belgien.“