Harter Brexit? Schlecht für Belgiens Fischerei

Falls es zu einem „harten“ Brexit kommen wird und Großbritannien im Zuge dessen seine Fanggebiete für Fischer aus der EU verschließt, dann wird die Fischerei sowohl für die Briten, als auch für die Belgier schwere Nachteile und Verluste erleiden. Dies belegt eine Studie der Universität von Wageningen in den Niederlanden.

Ein harter Brexit hat nach Ansicht der Uni Wageningen nicht nur Nachteile für die Fischerei in Großbritannien selbst, sondern auch in Belgien, in den Niederlanden und in Irland. Ein solcher „harter“ Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union würde wohl mit sich bringen, dass Großbritannien seine Hoheitsgewässer für Fischer aus der EU sperren wird.

Für Belgien und für die Niederlande würde sich dies als äußerst negativ erweisen, denn rund 40 % der Fangmenge beider Länder kommen aus britischen Gewässern und Fanggebieten. Alleine in Belgien führt dies laut der Studie der Universität von Wageningen zu einem Rückgang des Fischfangs um 6 %.

Und bis zum Jahr 2025 werden dadurch die Preise für Fisch in unserem Land um bis zu 2,6 % ansteigen. Zudem würde der Export von Fisch und von Fischerzeugnissen aus Belgien bis dahin um ein Volumen von rund 22 Mio. € sinken.

Verluste auch für die Briten selbst

Den britischen Fischern bleiben dann nur noch die Gewässer ihres eigenen Landes und da rund 70 % des britischen Fischfangs in die Europäische Union exportiert werden und demnach mit höheren Zoll- und Einfuhrgebühren belegt werden, steigen unweigerlich die Preise dafür. Gleichzeitig steigen auch die allgemeinen Kosten in diesem Bereich und die Ausfuhr wird wohl drastisch zurückgehen. Vor dem Hintergrund, dass die britischen Fischer ausdrücklich für den Brexit gestimmt haben, kann man hier nur mit dem Kopf schütteln.

Gewinner eines solchen „harten“ Brexits sind in erster Linie, wenn auch nur in einem geringen Maße, die Spanier, die ab 2025 keine Konkurrenz mehr von britischen Fischern in ihren Gewässern mehr haben werden. Zu den größten Verlierern gehören zweifellos hier die Iren und die Nordiren. Alles in allem bedeutet dies für alle Beteiligten wohl eine „Verlust-Verlust-Situation“.