Die Brussels Airlines-Piloten wollen streiken

Die Gewerkschaften der Piloten der belgischen Lufthansa-Tochter Brussels Airlines wollen ab dem kommenden Freitag die Arbeit niederlegen. Damit erreicht der seit Monaten ungelöste Sozialkonflikt bei Brussels Airlines einen neuen Höhepunkt. Die Piloten sind schon lange mit ihren aktuellen Status unzufrieden und zwar auf verschiedenen Ebenen.

Die Klagen der Piloten von Brussels Airlines beginnen schon bei einer Forderung nach mehr Lohn oder Gehalt. Dann verlangen die Piloten ausgewogenere Dienstplänen mit einem besseren Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben. Ein wichtiger Streitpunkt ist auch die Rentenfrage.

Das Rentenalter in Belgien ist mittlerweile auf 67 Jahre festgelegt, doch Piloten verlieren ihre medizinische Lizenz spätestens mit 65 Jahren. Doch viele halten nichts davon, am Ende ihrer Laufbahn auf dem Pilotensitz noch zwei Jahre beim Bodenpersonal „abdrücken“ zu müssen. Gerade in der Rentenfrage wird bereits seit Monaten mehr Deutlichkeit von Lufthansa/Eurowings/Brussels Airlines gefordert.

Die Direktion der Fluggesellschaft hatte den Piloten in den vergangenen Tagen einen weitgehenden Vorschlag zur Lösung dieses Sozialkonflikts unterbreitet, doch 92 % der Betroffenen (420 der 530 BA-Piloten nahmen an der Abstimmung teil) lehnten dieses Vorschlagspapier am Freitagmorgen ab. Rund 80 % der Piloten ist offenbar bereits dazu, in den Streik zu treten. Der Direktion wurde bereits eine Streikankündigung am dem 11. Mai ausgehändigt.

Falls eine neue Verhandlungsrunde in der kommenden Woche keine akzeptable Lösung bringt, dann werde man die Arbeit niederlegen, so die Gewerkschaften, die spontane Warnstreiks nicht gänzlich ausschließen wollen.

Christina Förster, seit dem 1. April die neue CEO bei Brussels Airlines (siehe nebenstehenden Beitrag), muss also schon jetzt eine erste soziale Krise an ihrem neuen Arbeitsplatz meistern. Sie muss die Integration von Brussels Airlines in die Eurowings-Gruppe, die Low Cost-Tochter der Lufthansa, in die Wege leiten. Auch über diese Integration der 100 %igen Lufthansa-Tochter Brussels Airlines macht sich das fliegende Personal große Sorgen.