Wieder mehr Flüchtlinge in Brüssel(-Nord)

Die Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt stellt zusätzliche Unterkünfte für Obdachlose und Flüchtlinge zur Verfügung. Dazu werden u.a. Auffangzentren wieder geöffnet, die bereits seit längerem geschlossen sind. Unterdessen steigt auch die Zahl der illegalen Einwanderer, die Belgien auf dem Weg nach England durchqueren. Viele von ihnen warten im Brüsseler Nordbahnhof (Foto) auf ihre Weiterreise. Auch deren Zahl steigt weiter.

Unter den Obdachlosen sind viele Flüchtlinge ohne Papiere, illegale Einwanderer und sogenannte „Transmigranten“, die in Belgien gar nicht erst um Asyl bitten. Die Brüsseler Regionalregierung will vermeiden, dass diese Menschen tagsüber wie auch nachts ziellos in der Stadt umherirren oder dass sie sich in den Bahnhöfen, wie z.B. dem Nordbahnhof, aufhalten.

Seit einigen Wochen sind die Winterquartiere für Obdachlose geschlossen und die Betroffenen haben kein Dach mehr über dem Kopf. Die Regionalregierung erwartet, dass die belgische Bundesregierung die Kosten für die zusätzlichen Unterkünfte, vor allem für die Flüchtlinge übernimmt, da sie für die Flüchtlingspolitik im Land zuständig ist.

Die Regionalregierung will der Bundesregierung eine Rechnung über 2 Mio. € zukommen lassen, um die entstehenden Kosten zu decken. Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA) reagierte umgehend: „Brüssel erhält keinen Cent von uns. Null Euro!“

Inzwischen im Nordbahnhof

Die „Transmigranten“ im Nordbahnhof werden unterdessen immer zahlreicher. Täglich halten sich hier Hunderte von ihnen auf – mit allen Folgen davon. Sie sorgen für enorme Mengen an Anfall, irgendwo im Umfeld des Bahnhofs verrichten sie gezwungenermaßen ihre Notdurft und sie schlafen um Untergeschoss der Station, dort, wo die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn ihren Standort hat.

Offenbar steigen Bahnreisende nicht mehr dort in ihre Busse um, sondern gehen vom Bahnhof aus zu Fuß in Richtung Rogier, um dort einzusteigen. Die Gewerkschaften der Busfahrer drohen schon, Brüssel-Nord nicht mehr anzufahren, sondern am Rogierplatz auf ihre Fahrgäste zu warten, bzw. dort ihre Endstation einzurichten…