Bald einschneidende Veränderungen bei Bpost?

Koen Van Gerven, der CEO der belgischen Post (Bpost), lässt derzeit einige einschneidende Maßnahmen prüfen, die sowohl das Personal, als auch die Kunden betreffen können. So könnten bald unterschiedliche Briefmarkentarife eingeführt werden. Gleichzeitig soll aber auch die Zahl der öffentlichen Briefkästen einmal mehr verringert werden und die Post soll möglicherweise weniger oft ausgetragen werden.

Postboten werden in Zukunft vielleicht nicht mehr täglich an den Briefkästen der Bürger vorbeikommen. Bpost-Chef Koen Van Gerven (kl. Foto) will unterschiedliche Formen der Zustellung einführen und dies mit verschiedenen Tarifen bewerkstelligen.

Van Gerven lässt derzeit prüfen, ob Briefe mit teureren Briefmarken schneller zugestellt werden könnten, z.B. am Tag nach dem Versenden. Das erinnert an das bis 2007 gehandhabte System der sogenannten „Prior“-Briefmarken. Diese waren etwas teurer, doch die Post kam damit frankiert schneller beim Adressaten an.

Dieses System will Bpost-Chef Koen Van Gervern offenbar in zeitgenössischer Form wieder einführen. Grund für die Einführung unterschiedlicher Tarife ist der starke Rückgang bei der Briefpost, vor allem in den letzten beiden Jahren. Bpost will deshalb auch die Zahl der öffentlichen Briefkästen.

Die roten Briefkästen

Von diesen roten Briefkästen gibt es in Belgien noch knapp 14.000 Stück. Die Zahl der eingeworfenen Briefe ist aber in den letzten beiden Jahren um die Hälfte zurückgegangen. In manchen dieser Briefkästen liegen oft nicht mal mehr 10 Briefe am Tag.

Kritiker werfen Bpost-Chef Van Gerven allerdings vor, dass sich hinter diesen Maßnahmen ein Personalabbau verstecken könnte.

Und die Idee, mit höheren Tarifen Briefe in der Zustellung zu beschleunigen, stehe im Wiederspruch mit dem Vorhaben, die Post in den Straßen nur noch alle zwei Tage auszutragen. Ein Abbau weiterer Briefkästen an öffentlichen Plätzen sei dem auch nicht gerade förderlich…