Flandern: Finanzielle Hilfe für Palästina

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA), auf dem Foto mit Palästinas Premier Rami Hamdallah, macht 100.000 € zur Unterstützung von kulturellen Projekten in Palästina frei. Dies kündigte er am Rande der flämischen Mission in Palästina in Ramallah an. Das Geld geht an ein flämisch-palästinensisches Austauschprojekt, an einen Zirkus und an eine Musikschule. Flandern stellt darüber hinaus der UN-Agentur UNRWA rund 1 Mio. € für Hilfe für palästinensische Flüchtlinge zur Verfügung.

„Kultur fördert den interkulturellen Dialog und ist ein Mittel, um einige fundamentale Werte und Normen in unserer Außenpolitik zu unterstreichen.“, so Bourgeois zur Begründung dieser Zuschussvergabe. In diesen Tagen findet in Ramallah, der Verwaltungshauptstadt der palästinensischen Autonomiegebiete im Westjordanland, die flämisch-palästinensische Woche statt.

Noch bis zum 11. Mai bietet das 'Under Construction Festival' Veranstaltungen in Palästina und auch in Gent verschiedene Veranstaltungen. Organisatoren sind die flämische Vereinigung Connexion, die von den oben beschriebenen Zuschüssen profitiert, und deren Partner vor Ort, die A.M. Qattan Foundation. Dieses Festival sei kein Schlusspunkt sondern ein Anfang, so Ministerpräsident Bourgeois: „Dies ist der Beginn einer neuen Zusammenarbeit und einer kulturellen Dynamik, die Flandern mit seinen Zuschüssen weiter unterstützen will.“

Weitere Zuschüsse fließen an die Zirkusschule Palestinian Circus, die versucht, Kreativität und Talente bei palästinensischen Kindern und jungen Menschen von 10 bis 25 Jahren hervorzulocken und zu fördern. Dieser Zirkus hat bereits einen Partnerzirkus in Brüssel. Die dritte mit Mitteln aus der flämischen Landeskasse geförderte Initiative ist die Al Kamandjati Musikschule, die ähnliches, wie der Zirkus unternimmt.

Unwissenheit

Flandern ist sich der Tatsache bewusst, dass ein Großteil des israelisch-palästinensischen Konflikts, wie er sich auch in unserem Land zeigt, z.B. in Form von Antisemitismus zwischen Christen, Moslems und Juden, auf Unwissenheit beruht.

Dies soll sich ändern, so der flämische Landeschef: „Selbstbewusste junge Leute sind in der Lage, positiv und konstruktiv mit einander in den Dialog zu treten. Wir ermutigen dies in der Hoffnung, dass sie ihrer Gesellschaft in Zukunft auf eine positive Art und Weise gestalten.“

Insgesamt wird das belgische Bundesland Flandern 1 Mio. € für verschiedene Entwicklungsprojekte in Palästina freimachen. Ministerpräsident Bourgeois traf in Ramallah gleich fünf Minister der dortigen Regierung und jedes Mal erinnerten die palästinensischen Politiker daran, dass ihre Hauptstadt Jerusalem sei. Bourgeois erhielt denn auch als Geschenk ein Bild, dass dieses Verlangen symbolisch unterstreicht.

Am Rande seines Besuchs in den Palästinensergebieten legte Ministerpräsident Bourgeois auch einen Kranz am Grab des langjährigen Palästinenserführers Yasser Arafat nieder (Foto unten).

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Gelder für eine UN-Organisation

Die von Flandern zugesagten Hilfsgelder über knapp eine Million Euro fließen auf drei Jahre verteilt in Projekte für palästinensische Flüchtlinge und werden konkret der UNRWA zur Verfügung gestellt. Das ist eine Agentur der Vereinten Nationen, die sich konkret um die Hilfe von Palästinensern kümmert, die in Flüchtlingslagern lebt oder die sich schutzlos in der Region aufhalten.

Diese UN-Agentur steht unter finanziellem Druck, da die USA ihren Geldhahn weitgehend zugedreht haben. UNRWA kümmert sich zum Beispiel um Schulbildung von einer halben Million Kindern im Gazastreifen und um die medizinische Versorgung in nur schwer zugänglichen Regionen, in denen Palästinenser leben.