ArcelorMittal trennt sich von Standorten in Lüttich

Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal, der in Belgien Standorte in Gent und in Lüttich unterhält, darf das italienische Stahlunternehmen Ilva nach einer Entscheidung der EU-Kommission nur unter Auflagen übernehmen. ArcelorMittal muss sich von Geschäftsbereichen bzw. von Standorten oder Tochterunternehmen trennen.

Dies fordert die EU-Kommission, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen. Um dieser Auflage zu entsprechen, plant ArcelorMittal, u.a. Stahlwerke und Standorte in Lüttich und in Dudelange in Luxemburg und Standorte in Osteuropa zu verkaufen oder zu schließen.

Dabei soll es sich auch um die Galvanisierungs-Linien von Flémalle und Tilleur handeln, zwei Gemeinden im Lütticher Montanbecken. Die Gewerkschaften der Stahlarbeiter von Lüttich reichten bereits eine Streikankündigung ein.

ArcelorMittal mit Sitz in Luxemburg hatte im vergangenen Jahr von der italienischen Regierung den Zuschlag für die Übernahme der Ilva-Stahlgruppe bekommen. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 1,8 Mia. €.

Der Stahlsektor, mit etwa 360.000 Beschäftigten an rund 500 Produktionsstandorten eine Schlüsselbranchen in der Europäischen Union, steht seit geraumer Zeit gehörig unter. Ein Grund sind die Billigimporte aus China aber auch die Drohung von US-Präsident Donald Trump, zusätzliche Zölle auf Stahlimporte aus der Union zu erheben.