Entlassungen: Streiks in Carrefour-Märkten

Am Dienstag bleiben viele Carrefour-Warenhäuser in Belgien geschlossen. Die Einzelhandelsgruppe Mestdagh, die die Carrefour-Märkte in unserem Land betreibt, hatte am Montag im Rahmen einer außerordentlichen Betriebsratssitzung angekündigt, 450 Stellen abbauen zu wollen. Der neue Mestdagh-CEO will die Gruppe nach einigen schlechten Jahren wieder in die Gewinnzone bringen.

Nach der Betriebsratsversammlung legte das Personal in vielen Warenhäusern von Carrefour die Arbeit nieder. Mestdagh betreibt in Belgien, vor allem in der Wallonie, über 80 dieser Supermärkte und beschäftigt derzeit noch rund 2.700 Mitarbeiter.

Der Abbau von 450 Stellen, etwa ein Fünftel des gesamten Personalbestandes betrifft nicht alle Carrefour-Warenhäuser in Belgien, da es sich in vielen Fällen um Franchise-Unternehmen handelt. Das sind u.a. die Warenhäuser in Ostbelgien und die beiden Märkte in Flandern in Tienen und in Aarschot in Flämisch-Brabant. Die Direktion der Mestdagh-Gruppe rechnet bei seinem Personalabbau auch auf freiwillige Abgänge. Die Carrefour-Betreiber schreiben schon seit geraumer Zeit keine guten Zahlen mehr. Im März übernahm der französische Manager Guillaume Beuscart den CEO-Posten dort und kündigte an, Carrefour in Belgien wieder in die Gewinnzone bringen zu wollen.

Beuscart will 21 Mio. € in die Märkte investieren, verlangt aber vom übrigbleibenden Personal mehr Flexibilität und er will die Märkte auch sonntags öffnen. Die Gewerkschaften können nicht nachvollziehen, wie man mit einem Fünftel weniger Personal einen Öffnungstag pro Woche mehr bewerkstelligen will.