Respektlos, konsequent, verbohrt, rassistisch, rebellisch oder unverschämt?

Nachdem ein Mechelener Stadtbeirat von den flämischen Regionalisten N-VA einer Braut die Trauung verweigerte, weil sich diese wiederum geweigert hatte, ihm die Hand zu schütteln, hat sich nun auch der liberale Bürgermeister Bart Somers eingeschaltet. Er will sich in den nächsten Tagen mit allen Betroffenen des Zwischenfalls unterhalten.

Ich werde nun keinen Kommentar mehr abgeben, bevor ich nicht mit allen betroffenen Parteien gesprochen habe, sagt der Bürgermeister von Mechelen, Bart Somers.

Der Bügermeister weist auf einen Tweet hin, den er zuvor versandt hatte. "In Mechelen muss der Rechtsstaat stets den Rahmen bilden. Wir müssen deshalb das Recht auf Eheschließung laut Gesetz respektieren. Innerhalb dieses Rahmens verteidigen wir unsere Prinzipien - darunter auf jeden Fall die Gleichstellung  der Geschlechter - mit Dialogen, gegenseitigem Respekt und gemeinsamer Suche nach Lösungen und Annäherung", schreibt er. Das sei der einzige Weg nach vorne.

Grüne stimmen Reaktion des Bürgermeisters zu

Der Grünenpolitiker und das Mitglied im Mecheler Stadtrat, Kristof Calvo, ist zufrieden mit der Reaktion des Bürgermeisters Bart Somers, der in den kommenden Tagen mit allen betroffenen Personen zunächst einmal reden möchte. Der Handschlag sei schließlich juristisch nicht zwingend. Man müsse das Recht auf Eheschließung stets einhalten, so der Grünenpolitiker.

Das, was Stadtbeirat Marc Hendrickx (N-VA) gemacht habe, sei genau das Gegenteil von dem, für was die Stadt bekannt ist, nämlich Dialog und Lösungsfindung. Gerade vom Stadtbeirat für Diversität müsse man das verlangen können, so Calvo noch. Gesetz sei nun einmal Gesetz und müsse eingehalten werden.

Man müsse wohl die Regeln verdeutlichen. Solch ein Zwischefall dürfe nie wieder vorkommen. Eine Hochzeit sollte doch ein Höhepunkt sein und kein Moment der Spannung. Man müsse vorab wohl deutlicher kommunizieren, fasst Calvo zusammen.