Belgischer IS-Kämpfer im Irak vor Gericht

Der belgische IS-Terrorist Tarik Jadaoun (29 - Foto) aus Verviers in der Provinz Lüttich steht seit Donnerstag in der irakischen Hauptstadt Bagdad vor Gericht. Jadaoun gehörte zum Umfeld des Paris-Attentäters Abdelhamid Abaaoud und hatte Belgien 2014 verlassen, um sich dem der islamistischen Terrorgruppe IS anzuschließen. Ihm droht die im Irak die Todesstrafe. Jadaoun war im Juli 2017 in der irakischen Stadt Mossul festgenommen worden. Ihm droht dort die Todesstrafe.

Tarik Jadaoun, ein aus Marokko stammender Moslem aus Verviers (Prov. Lüttich), gilt als einer der berüchtigtsten IS-Terroristen aus Belgien. Er war es, der sich nach den Terroranschlägen auf Zaventem und Brüssel am 22. März 2016 per Videobotschaft im Namen der Terrororganisation IS zu den Attentaten bekannte und er war es, der junge Leute in Belgien dazu anstachelte, sich der IS anzuschließen oder Anschläge zu verüben.

Von ihm wurde auch gesagt, dass er der „neue Abaaoud“ sei. Das war der, der die Terroranschläge von Paris (im November 2015) und Brüssel koordiniert hatte. Abaaoud kam bei einer Schießerei mit französischen Polizisten ums Leben.

Jadaoun, Kämpfername Abu Hamza Al-Belgiki, kämpfte seit 2014 für IS in Syrien und im Irak und nach eigenen Angaben hatte er auch mit der Ausbildung von Kindersoldaten für seine Terrorgruppe zu tun. Vermutet wird auch, dass Jadaoun in Belgien einen Anschlag verüben sollte. Im Juli 2017 war er in der irakischen Stadt Mossul, der „Hauptstadt des Islamischen Staates“, von irakischen Soldaten festgenommen worden.

Im Dezember 2017 bot er aus seinem irakischen Gefängnis heraus im Rahmen eines Interviews mit VRT, NDR und SWR an, mit den belgischen Sicherheitsdiensten kooperieren zu wollen. Er habe möglicherweise wertvolle Informationen über in Belgien lebende IS-Anhänger. Offenbar versuchte Jadaoun damit, einem Verfahren und vielleicht der Todesstrafe im Irak entkommen zu können.

Von Seiten der belgischen Bundesregierung hieß es danach, „man verhandele nicht mit IS-Terroristen“. Heute behauptet Jadaoun, er sei unschuldig und habe lediglich „einen falschen Weg eingeschlagen.“ Er habe überdies auch nie gekämpft, sondern nur Verletzte gepflegt, was Fotos auf seinen eigenen Seiten in den sozialen Netzwerken eindeutig wiederlegen. Sein Urteil soll am 22. Mai in Bagdad fallen.