Club Brügge hat plötzlich Konkurrenz von Lüttich

Nach acht Spieltagen im Play Off I. in der belgischen Fußballmeisterschaft spürt Titelanwärter plötzlich den heißen Atem von Standard Lüttich im Nacken. Die „Rouches“ warfen am Himmelfahrtstag den RSC Anderlecht aus dem Titelrennen. Gent, Charleroi und Genk können derweil schon längst nur noch zuschauen. Derweil verabschiedet sich mit Lierse S.K. ein belgischer Traditionsverein in den Konkurs.

Am Donnerstagnachmittag besiegte Standard Lüttich seinen Erzrivalen RSC Anderlecht mit 1:3 in dessen eigenem Stadion. In nur drei Minuten kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit trafen Edmilson Junior (Foto oben) und Emond zur 0:2-Führung. Zwar konnte Teodorczyk in der 63. Minute einen Anschlusstreffer erzielen, doch Edmilson Junior legte den Endstand in der Schlussviertelstunde fest.

Club Brügge, der den SC Charleroi am Donnerstag ebenfalls auswärts mit 1:3 abfertigte, kann sich mit 45 Punkten und mit nur noch zwei Spielen vor sich fast schon sicher fühlen, den Titel einzusacken. Doch mit Lüttich bleibt zu rechnen. Standard folgt mit 41 Zählern auf Platz zwei gefolgt von Anderlecht mit 40 Punkten. Ein Punkt in Lüttich würde dem Club zum Titel reichen...

AA Gent (33 Punkte), Charleroi (33) und Racing Genk (32) sind längst ausgezählt. Gent und Genk trennten sich am Himmelfahrtstag denn auch mit einem nur mäßig interessanten 1:1. Spannens bis entscheidend wird der nächste Spieltag im Play Off I. Dann treffen Standard Lüttich und Club Brügge im direkten Vergleich aufeinander. Brügge muss dazu in die „Hölle von Sclessin“ fahren, sprich zum berühmt-berüchtigten Stadion der Lütticher. Wie gesagt, ein Punkt würde reichen...

Lierse S.K.: Traditionsclub vor dem Scherbenhaufen

Wadi Degla, der Besitzer von S.K. Lierse hat vor zwei Tagen für seinen Verein Konkurs angemeldet. Das bedeutet, dass Lierse schon am Freitagabend nicht mehr zum Play-Off-II.-Spiel gegen Waasland-Beveren antritt. Im Stadion findet aber am Freitag ein Abschiedstreffen mit Mannschaft, Staff und den Fanclubs statt. Was die Zukunft bringt, ist unklar. Wenn sich bis zum 1. Juni keine Lösung findet, dann verschwindet die SK.K-Lierse-Stammnummer 30.

Derzeit sind Fusionen angedacht. Das könnte eine Kooperation mit dem Drittligisten Lyra aus Lier (Provinz Antwerpen), der Heimatstadt von Lierse S.K., statt. Dieser Idee sind die meisten Fanclubs sehr zugetan.

Doch die übrigbleibende Vereinsführung denkt eher über eine Fusion mit den Zweitligaclub FC Duffel (ebenfalls aus der Provinz Antwerpen). Damit haben die Fans ein Problem. Vorteil wäre allerdings, dass man weiter im Lisp-Stadion spielen könnte und dass man hier auch lokale oder regionale Sponsoren finden kann.