S.K. Lierse ist pleite: Ein Abschied in schwarz/gelb

Seit einigen Tagen ist der traditionsreiche belgische Fußballclub S.K. Lierse aus Lier in der Provinz Antwerpen pleite. Gespielt wird nicht mehr, doch es laufen lokale und regionale Fusionsgespräche mit Clubs aus unteren Ligen. Doch wird Lierse S.K. wohl nie mehr so aussehen, wie bisher.

Lierse S.K. ist 1906 gegründet worden und hat in seiner Geschichte einiges an Erfolgen aufzuweisen: Belgischer Meister 1932, 1942, 1960, 1997; belgischer Pokalsieger 1969, 1999 und belgischer Supercupsieger 1997, 1999. Nach der Meisterschaft 1997 spielte Lierse in der darauffolgenden Saison sogar in der Champions League.

Doch das alles ist vorbei. Am Freitagabend nahmen die Fans Abschied von ihrer Mannschaft und von den vielen Vereinsmitgliedern. Die Sache war eine sehr emotionale Angelegenheit, wie unsere Fotos deutlich zeigen. Der Fanshop allerdings machte gute Geschäfte, denn die letzten Trikots gingen weg, wie warme Semmel. Das werden wohl mal collectors items…

Was jetzt mit Lierse S.K.?

Der Klub wurde vor einigen Jahren von dem ägyptischen Geschäftsmann Maged Samy übernommen, der auch den Wadi Degla Sporting Club in Ägypten besitzt. Er hatte dem Verein aus seinen Schulden geholfen. Aber, Samy hat vor drei Tagen für seinen Verein Konkurs angemeldet. Die Fans werfen ihm jetzt vor, den S.K. durch Missmanagement kaputt gemacht zu haben.

Der Konkurs bedeutete, dass Lierse schon am Freitagabend nicht mehr zum Play-Off-II.-Spiel gegen Waasland-Beveren antrat. Was die Zukunft bringt, ist unklar. Wenn sich bis zum 1. Juni keine Lösung findet, dann verschwindet die S.K.-Lierse-Stammnummer 30.

Derzeit sind Fusionen angedacht. Das könnte eine Kooperation mit dem Drittligisten Lyra aus Lier, der Heimatstadt von Lierse S.K., sein. Dieser Idee sind die meisten Fanclubs sehr zugetan. Doch die übrigbleibende Vereinsführung denkt eher über eine Fusion mit den Zweitligaclub FC Duffel (ebenfalls aus der Provinz Antwerpen) nach. Damit haben die Fans ein Problem. Vorteil wäre allerdings, dass man weiter im Lisp-Stadion spielen könnte und dass man hier auch lokale oder regionale Sponsoren finden kann.

Nicolas Maeterlinck
Nicolas Maeterlinck
Nicolas Maeterlinck
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