"Die Piloten bringen andere Kollegen in Gefahr"

Etienne Schouppe (CD&V - Foto), Ex-Senator, früherer Staatssekretär für Mobilität der belgischen Bundesregierung und ehemaliger Vorsitzender der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, ließ am Sonntag in der VRT-Talksendung „De zevende dag“ („Der siebte Tag“) kein gutes Haar an den am Montag und am Mittwoch streikenden Piloten von Brussels Airlines.

Sie hätten für ihre Aktion einen schlechten Zeitpunkt gewählt, würden mit dem Feuer und zeigten sich wenig solidarisch mit den anderen Kollegen bei Brussels Airlines, so der Ex-Senator und frühere Verkehrsstaatsekretär. Für seine Anschuldigungen nannte Schouppe, der nicht darüber urteilen will, ob die Piloten Recht mit ihren Forderungen und mit ihrer Kritik an ihrem Arbeitgeber haben, einen triftigen Grund:

„Fakt ist, dass Eurowings derzeit viel größere Defizite in Europa erzielt, als Brussels Airlines. Das könnte ein Punkt zum Vorteil von Brussels Airlines sein. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Initiative der Piloten die obere Chefetage bei der Lufthansa günstig stimmen wird, wenn es um den Erhalt der Beschäftigung in Brüssel geht.“

Schouppe rief die Piloten dazu auf, einen Rückzieher zu machen und auf den Streik zu verzichten: „Die Lufthansa hat es derzeit selbst nicht leicht. Das ist nicht der Augenblick um Spielchen zu spielen, mit denen das Image der Airlines gegenüber dem Management in ein negatives Licht gerückt wird. Ich würde sagen: ‚Please, stoppt den Streik!‘. Ihr versaut damit die Chancen, in Zukunft maximal zu retten, was noch zu retten ist.“