Batterie-Backup für Belgiens Stromreserve

In Dilsen-Stokkem in der flämischen Provinz Limburg ist in diesen Tagen eine Batterien-Anlage in Betrieb genommen worden, die eine gesamte Speicherkapazität von 18,2 MegaWatt haben. Diese aus 140 Tesla-Batterien bestehende Anlage soll dabei helfen, Stromschwankungen im Hochspannungsnetzwerk von Elia, dem belgischen Elektrizitäts-Netzbeteiber, aufzufangen und eventuellen Black Outs in Belgien zuvorzukommen. Die Anlage ist eine Premiere in Belgien.

Das Unternehmen REstore mit Sitz in Antwerpen hat gemeinsam mit Tesla und mit der Investierungsgesellschaft der flämischen Provinz Limburg LRM (Limburgse Reconversie Maatschapij) ein virtuelles Kraftwerk mit 30 bis 40 Megawatt zur Netzstabilisierung errichtet. Hochspannungs-Netzwerkbetreiber Elia muss stets dafür sorgen, dass der Strom bei mehr oder weniger 50 Hertz liegt.

Bietet das Elia-Netz zu wenig Strom, springen Gaskraftwerke ein. Doch seit hierzulande immer mehr Solar- und Windkraftanlagen Elektrizität ins Netz speisen, treten häufiger Stromschwankungen ein. Diese sollen über die Batterieanlage auf der Terhills-Site, einem Industriegebiet in Dilsen-Stockem, das früher Bergbaugebiet war, aufgefangen werden.

Die 140 Tesla-Batterien (die Leistung von 6 in voller Kraft drehenden Windrädern) bilden das Rückgrat dieser Anlage und können 100 mal schneller laden und entladen als die Reserven von herkömmlichen Kraftwerken. „Von Schwarz nach Grün“, nannte Jan-Willem Rombouts, Mitbegründer und Co-CEO von REstore, die kleine Energiewende in Dilsen-Stokkem, wo der Batteriespeicher in nur fünf Wochen für 11 Mio. € gebaut wurde. Der 18,2-Megawatt-Batteriespeicher ist den Beginn für eine Rekonversion im Energiebereich, die ausdrücklich auch Nachhaltigkeit aufweist.

Nachhaltige Zukunft?

Das frühere Bergbaugelände Terhills-Site besteht aus inzwischen begrünten Abraumbergen und aus Baggerseen. Hier soll in Zukunft mit dem Terhills-Ressort auch ein Ferien- und Bungalowpark entstehen, der so CO2-neutral wie möglich werden soll. Zwei große Solaranlagen, eines davon eine schwimmende Anlage auf einem der Baggerseen, sollen das Gleichstrom-Netz mit grünem Strom versorgen bzw. ergänzen.

Diese Anlage ergänzt in Zukunft auch die Primärreserve im Tesla-Park in Dilsen-Stockem. Apropos Zukunft. Die LRM und REstore planen ebenfalls in Limburg eine Batteriereserve von bis zu 100 MegaWatt. Damit erweisen sich Flandern und die ehemalige Bergbauprovinz Limburg als Pioniere in sowohl grünem Strom, CO2-Abbau und Stromreserve als auch im Bereich Gleichstrom-Netz (DC).

Flanderns Landesenergieminister Bart Tommelein (Open VLD) schaute bei der Einweihung der Anlage zufrieden in die Zukunft: „Mit diesem flexiblen System können wir uns von den fossilen Brennstoffen verabschieden und uns erneuerbaren Energiequellen widmen. Dies ist ein erster Batteriepark, doch es werden weitere folgen, in Flandern und im Rest von Europa.“ Dies werde in allen möglichen Bereichen erfolgen, z.B. auf Ebene von Städten und Gemeinden, auf Ebene der Privatwirtschaft usw.