Hopkins: Irrer Tweet - Klage aus Molenbeek?

Die umstrittene britische Kolumnistin Katie Hopkins (Foto), die unlängst den Brüsseler Stadtteil Molenbeek und die belgische Metropole selbst „Hauptstadt des Dschihad“ nannte und die Bürgermeisterin der Kommune aufs Eis führte, hat wieder zugeschlagen. In einem Tweet stellte sie einen unglaublichen Zusammenhang zwischen einem Brand im Ortsteil Koekelberg, dem Beginn des Ramadan und dem Dschihad her.

Am Dienstagabend wütete ein schweres Feuer in einer Lagerhalle im Brüsseler Stadtteil Koekelberg. Der Brand löste enorme Rauchwolken aus, die durch den starken Wind auch in Richtung Nachbargemeinde Molenbeek geweht wurden. Bei dem Feuer kam niemand zu Schaden. Nur eine Person musste mit einem Schock in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Lagerhalle brannte völlig aus.

Plötzlich erschien dazu ein Twitterbericht der umstrittenen britischen Kolumnistin Katie Hopkins, die sich offenbar zum Ziel gemacht hat, rechte amerikanische und kanadische Medien dazu zu nutzen, um gegen die „Dschihad-Hauptstadt“ Brüssel zu hetzen. Dass sie dabei auch nicht vor Falschmeldungen (nennen wie sie mal eben Fake News) zurückschreckt und unhaltbare Zusammenhänge schmiedet, ist bekannt und wird durch eine neuerliche Version bestätigt.

Hopkins twitterte: „Molenbeek. Was könnte eine solche Explosion wie diese in der Dschihad-Hauptstadt von Europa zu Beginn des Ramadan auslösen? *hust*“ Damit beweist sie wieder, dass sie irgendwas in die Welt setzt und wieder sind Fehler dabei, die einer Journalistin nicht unterlaufen sollten. Zum einen war das Feuer in Koekelberg und nicht in Molenbeek. Zum zweiten beginnt der Ramadan erst am Donnerstag und nicht schon am gestrigen Dienstag. Zum dritten: Eine Explosion hat bei dem Feuer nicht stattgefunden und löste dieses auch nicht aus….

Klage gegen Hopkins?

Die stigmatisierende TV-Reportage über Molenbeek, die Hopkins vor einigen Tagen in Teilen auch beim rechtspopulistischen US-Sender Fox News zeigte, sorgte bereits für Aufsehen und Entsetzen in Belgien (siehe nebenstehenden Beitrag). Jetzt liegt sie mit ihrem Tweet von Dienstagabend wieder völlig daneben. Françoise Schepmans, die Bürgermeisterin von Molenbeek, prüft, ob man eine Klage gegen Katie Hopkins einreichen kann. Dies wird auf jeden Fall in der kommenden Gemeinderatssitzung in Molenbeek besprochen.