Brussels Airlines: Noch keine Einigung erzielt

Direktion und Gewerkschaften sind am Mittwochabend nach einem 14 Stunden langen Verhandlungsmarathon ohne Ergebnis auseinander gegangen. Alle Beteiligten glauben an ein Abkommen, doch offensichtlich bleiben die Gräben zwischen den Piloten und der Direktion der belgischen Lufthansa-Tochter tief. In zwischen scheint es auch beim Kabinenpersonal der Fluggesellschaft zu rumoren.

„Wir sind alle enttäuscht, weil wir nicht so weit gekommen sind, wie gehofft. Es ist kein Bruch entstanden, wir sind nur nicht zu einer Einigung gekommen. Aber die Gewerkschaften sehen, dass wir den Willen und die Kapazitäten haben, um die offenen Fragen zu lösen“, sagte Etienne Davignon (kl. Foto), der Vorstandsvorsitzende bei Brussels Airlines. Davignon bestätigte, dass die Situation komplex ist, denn es gehe nicht nur um die Bezahlung. Da werde man sich schon in der Mitte zwischen Forderung und Angebot treffen.

Problematischer sei, die Arbeitsbedingungen für die Piloten zu verbessern: „Was können wir sofort tun, um das Leben der Piloten und des Kabinenpersonals zu verbessern. Und was können wir auf später verschieben.“

So ganz positiv wie Etienne Davignon sehen die Gewerkschaften die Lage aber nicht. Ihre Streikankündigungen für die kommenden Wochen und Monate bleiben aufrecht erhalten, doch vorerst wird nicht gestreikt. Die Arbeitnehmervertreter setzen ebenfalls auf Verhandlungen. Man habe sich kaum aufeinander zubewegt, so eine Gewerkschaftlerin und die neuen Vorschläge von Brussels Airlines seien noch schlechter, als die, die man schon nicht akzeptiert habe. Nach Ansicht der Gewerkschaften müsse sich die Direktion „besinnen und den Piloten eine Perspektive bieten. Der Ball liegt jetzt beim Management.“

Im Laufe der Verhandlungen wurde auch ein Schlichter und Vermittler aus dem Kabinett von Bundesarbeits- und Wirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V) hinzugezogen, doch auch er musste mit ansehen und anhören, dass „noch keine Landebahn in Sicht ist.“

Kabinen- und Bodenpersonal

Inzwischen rumort es auch beim Kabinenpersonal. Auch die Stewardessen und Stewards und anderes fliegendes Personal bei Brussels Airlines richteten sich mit einem offenen Brief (wie die Piloten am vergangenen Wochenende) an die Fluggesellschaft. Sie führen die gleichen Probleme an, wie ihre Kollegen in den Cockpits.

Auch sie sagen, die hätten in der Vergangenheit „viel gegeben“, um die Airline in der Luft zu halten, doch mittlerweile würden Arbeitsdruck und sehr hohe Flexibilität ihren Preis verlangen: „Wir sind todmüde und laufen auf dem Zahnfleisch. Das Kabinenpersonal bemerkt auch, dass das Bodenpersonal bei Brussels Airlines nicht vergessen werden dürfe. Hier seien die meisten Jobs von der Integration ihrer Fluggesellschaft in die Eurowings-Gruppe bedroht.