Flandern: Ein Wasserplan gegen Trockenheit

Die Wasserversorgungsgesellschaften im belgischen Bundesland Flandern haben einen Aktionsplan ausgearbeitet, mit dem eine Wasserknappheit durch Trockenheit, wie im Sommer 2017, vermieden werden soll. Diesen Plan zu erstellen, entsprach einem Auftrag von Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V - kl. Foto), die das Resultat jetzt vorstellte.

Viele erinnern sich ungerne an einige Wochen im vergangenen Sommer. Da durfte der Rasen nicht mehr gesprengt werden, Blumengießen war verboten und ebenso das Autoputzen vor der heimischen Garage.

Damals war es so trocken, wie seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen durch das Königliche Meteorologische Institut in Ukkel bei Brüssel (KMI) nicht mehr und Umweltministerin Schauvliege musste mit diesen Maßnahmen eingreifen.

Das war nötig, denn Bäche, kleine Flüsse und Teiche trockneten aus und sowohl die Landwirtschaft, als auch einige Wohngebiete hatten Probleme mit der Wasserversorgung.

Dies sollte Flandern eine Lehre sein. Ministerin Schauvliege gab den verschiedenen Wasserversorgungsgesellschaften des Landes den Auftrag, gemeinsam einen Plan auszuarbeiten, um solchen Maßnahmen vorbeugen zu können.

Der Dachverband der Wasserversorger, AquaFlanders, entwickelte einen Plan zur garantierten Versorgung mit „qualitativem“ Trinkwasser. Dieser Plan basiert auf fünf Punkten:

1. Brunnen erfassen, überwachen und schützen
2. Vertiefen der Kooperation zwischen den verschiedenen   Trinkwasserunternehmen
3. Den Verlust von Wasser, geklärt oder auch noch nicht, vermeiden und den Wiederverbrauch anregen, Bevölkerung sensibilisieren und Wasserstände dahingehend beobachten, dass zeitig bei Knappheit eingeschritten werden kann
4. Infrastruktur anpassen
5. Fokus auf Innovation, Forschung und Entwicklung

Die Beobachtung von Wasserständen und Brunnen oder Quellen bzw. die Reaktion auf Entwicklungen erfolgt über einen Farbcode: grün: kein Problem; gelb: Aufruf zur Sparsamkeit; orange: Aufruf, kein Wasser unnötig verbrauchen; rot: akute Gefahr. Was das bedeutet, erklärte die Ministerin im Rahmen der Vorstellung des Wasserplans selbst: „Das bedeutet, dass Trinkwasserknappheit besteht. Hier wird die Verschwendung von Trink- und Leitungswasser verboten und Übertretungen können geahndet werden.“