Air Belgium darf jetzt auch über Russland fliegen

Die neue belgische Fluggesellschaft Air Belgium hat nach längeren Verhandlungen die Genehmigung erhalten, auch den russischen Luftraum durchqueren zu dürfen. Air Belgium bestätigte am Donnerstagabend eine entsprechende Meldung der frankophonen Tageszeitung La Dernière Heure. Die Airline braucht diese Genehmigung, um Flugziele in Asien erreichen zu können.

Der erste Flug der neuen Fluggesellschaft, der für den 30. April vorgesehen war und der von Charleroi aus nach Honkong gehen sollte, musste annulliert werden. Jetzt soll der Flugbetrieb zwischen dem Brussels South Charleroi Airport in der wallonischen Provinz Hennegau und Hongkong ab dem 3. Juni aufgenommen werden können.

Niky Terzakis, der CEO und Gründer von Air Belgium, hatte zuvor gemeldet, man suche nach Alternativrouten für diese Flugverbindung, mit denen der russische Luftraum nicht berührt würde. Doch dies hätte eine etwa anderthalbstündige Verlängerung der Reise- und Flugzeit zur Folge gehabt und man hätte mit mehreren anderen Ländern ebenfalls über Überflugrechte verhandeln müssen.

Weil der erste Honkong-Flug von Air Belgium auf den 3. Juni verschoben werden musste, wurde den Fluggästen, die bereits Tickets für diesen Zeitraum gebucht hatten, eine Alternative angeboten. Sie konnten auf Kosten von Air Belgium einen Flug bei einer anderen Airline buchen, Antrag auf Erstattung ihrer Ticket- und Buchungskosten stellen oder zu einem anderen Zeitpunkt fliegen.

Die Airline und ihr Gründer

Führende Kraft hinter Air Belgium ist Nicky Terzakis (Foto unten, in der Mitte von Stewardessen), ein ehemaliger Manager der in Lüttich-Bierset ansässigen Cargo-Fluggesellschaft TNT Airways. Terzakis hatte bei TNT in Lüttich umfangreiche Nachtflugmöglichkeiten gebracht und unter ihm wurde die Gesellschaft in ihrem Geschäftsbereich einer der wichtigsten Spieler am Markt.

Seine Wahl fiel auf Charleroi, da in Zaventem oder in Lüttich keine Möglichkeiten vorhanden seien, längere Start- oder Landebahnen für Großflugzeuge - zwei Maschinen vom Typ Airbus A343-300 - zu schaffen (obschon am Brussels Airport Ausbaupläne diskutiert werden) und weil Charleroi günstiger sei. Terzakis arbeitet mit ehemaligen TNT-Kollegen, die er mit in sein Unternehmen genommen hat und arbeitet mit Investoren aus Belgien und aus Asien, genauer aus Hongkong.