WM: Belgiens Nationelf als Geheimfavorit

Es gibt nur wenige Teams bei der Fußball-WM, die nominell so stark besetzt sind wie die belgische Nationalmannschaft. Angeführt von den Premier-League-Stars Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku besteht die Auswahl der „Roten Teufel“ durchwegs aus gestandenen, in den besten Ligen der Welt engagierten Kickern.

Den Status des Geheimfavoriten des Turniers hatten die Belgier allerdings schon bei der WM 2014 und der EM 2016 inne - und schieden jeweils im Viertelfinale aus. Vor vier Jahren war gegen Argentinien Endstation, vor zwei Jahren gegen Wales. Vor allem das Out bei der EURO in Frankreich liegt noch schwer im Magen, denn damals befanden sich die Belgier auf dem deutlich leichteren Ast der K.o.-Phase, auf dem eigentlich der Weg bis ins Finale vorgezeichnet schien.

Angekreidet wurde dieses Scheitern vor allem dem damaligen Teamchef Marc Wilmots, der daraufhin seinen Posten räumen musste. Nun liegt es an dessen Nachfolger Roberto Martinez, dessen Vertrag am Freitag bis 2020 verlängert wurde, aus einem Kader voller Einzelkönner eine schlagkräftige Mannschaft zu formen.

Das gelang dem Spanier zumindest in der WM-Qualifikation. Belgien holte in der nicht allzu schwierigen Gruppe H 28 von 30 möglichen Punkten und sicherte sich als erstes europäisches Team nach dem Gastgeber das Ticket für Russland. Dort soll es für die „Goldene Generation“ auch auf der großen Bühne klappen.

In Pool G heißen die Gegner England, Panama und Tunesien - zumindest das Erreichen der K.o-Phase dürfte also kein großes Problem sein. Mit dem Achtelfinale geben sich die Belgier allerdings nicht zufrieden. „Wir träumen vom WM-Titel“, erklärte Martinez. „Wir können sehr stark sein, müssen aber eine Gewinner-Mentalität entwickeln und mit dem Druck umgehen können.“

Unterstützung erhält der frühere Premier-League-Coach von keinem geringeren als Thierry Henry. Der französische Ex-Welt- und Europameister arbeitet als Assistent von Martinez. „Er weiß, wie man auf internationalem Level Triumphe erreicht“, sagte Martinez über den früheren Weltklasse-Kicker. (Quelle: apa)