Antisemitismus: Brüsseler Polizist wurde versetzt

Die Staatsanwaltschaft von Brüssel hat ein Verfahren gegen einen Polizisten aus der Polizeizone Brüssel-Süd eingeleitet. Der Mann soll jüdische Kollegen mit antisemitischen Äußerungen beleidigt haben. Das Verfahren kam nach Klagen eines Betroffenen in Gang. Andere Kollegen werfen dem inzwischen versetzten Polizisten eine beleidigende und rassistische Haltung quasi gegen alle und jeden vor.

Nach einer Zivilklage eines Opfers der antisemitischen Äußerungen durch einen Polizisten der Polizeizone Brüssel-Süd leitete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren ein und gab einem Ermittlungsrichter den Auftrag, den Fall zu behandeln. Außerdem beschäftigt sich ein Mitarbeiter des Arbeitsauditoriums der Staatsanwaltschaft Brüssel mit dem Fall.

Der Polizist ist bis auf weiteres versetzt worden. Gegen ihn läuft auch ein Disziplinarverfahren innerhalb seiner eigenen Dienststelle in der Polizeizone Brüssel-Süd. Die Belgische Liga gegen Antisemitismus kritisiert die Vorgehensweise der Polizei und rät dazu, den Mann von Dienst zu suspendieren, andernfalls „verlagert sich das Problem einfach nur.“

Seit rund fünf Jahren gehen Beschwerden gegen den Polizisten ein. Insgesamt fünf seiner Kollegen beklagten sich darüber, dass sich der Mann regelmäßig rassistisch gegenüber Ausländern zeige, dass er sich beleidigend gegenüber Homosexuellen und gegenüber Frauen - auch gegenüber Kolleginnen seiner eigenen Einheit - zeige und dass er Kollegen jüdischen Glaubens Nazilieder vorgespielt habe, wie verschiedene Brüsseler Medien zu dem Fall melden.