Brexit: Mehr Zöllner für den Hafen von Zeebrügge

Im Hinblick auf den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union im März 2019 werden die Aktivitäten der Zollbehörden im Hafen von Zeebrügge, ein wichtiger Standort für den Waren- und Güterverkehr zwischen der EU und den britischen Inseln, ausgeweitet. Die Zahl der Zollbeamten wird kurzfristig um 141 Mitarbeiter verdoppelt.

Wenn die Briten nächstes Jahr die EU verlassen, gelten wieder Grenzbedingungen zwischen Großbritannien und der Union. Und mehr Grenzen bedeuten mehr Kontrollen, die wiederum mehr Verwaltungsarbeit verlangen. Aus diesem Grunde wirbt der Zoll für den Standort Hafen von Zeebrügge 141 offene Stellen.

Das dies notwendig ist, belegen die Zahlen: 46 % des Güterverkehrs in Zeebrügge betreffen Transporte aus und nach Großbritannien (17,2 Mio. Tonnen). Zwischen Zeebrügge und britischen Häfen gibt es derzeit rund 70 Linienverbindungen, die rund 5.000 Menschen in diesem flämischen Nordseehafen Arbeit bieten.

Laut Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) sollen die 141 neuen Zollbeamten im Herbst 2018 angeworben und ausgebildet werden. Belgien arbeitet hier eng mit Taxud, der Zollbehörde der EU-Kommission zusammen. Auf europäischer Ebene laufen derzeit auch Post-Brexit-Gespräche zwischen den betroffenen Hafenbehörden Belgiens, Frankreichs, der Niederlande, Deutschlands und Irlands.

Premiere: Benelux-Kontrollen im Hafen von Antwerpen

Am Dienstag haben zum ersten Mal Zollbeamte aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden gemeinsam den Waren- und Güterumschlag im Hafen von Antwerpen kontrolliert. Solche gemeinsame Kontrollen waren 2014 bei einem Treffen der Benelux-Staaten in Lüttich vereinbart worden. Vier Jahre nach der Unterzeichnung dieses Vertrages kam es zu den ersten entsprechenden Kontrollen

Die Zollbeamten aus allen drei Ländern haben die gleichen Befugnisse und arbeiten mit Material, dass sie untereinander austauschen, um Kosten zu sparen und effizient arbeiten zu können. die Benelux-Länder sind in Sachen gemeinsame Kontrollen im Bereich Güterverkehr Vorreiter in der Europäischen Union. Aus diesem Grunde begleiteten auch Kollegen aus Deutschland, Frankreich und Polen die Aktion, die zudem gemeinsam mit der Lokalpolizei der Stadt Antwerpen durchgeführt wurde.