Belgien auf Platz acht bei Digitalisierung in Europa

Belgien nimmt in diesem Jahr Platz acht im Digital Economy and Society Index (DESI) in der EU ein. Das ist der Index, der angibt, wie schnell die Digitalisierung in der Wirtschaft und Gesellschaft in den einzelnen EU-Staaten voranschreitet. Nach Angaben der Europäischen Kommission muss Belgien mehr Menschen von der mobilen Breitbandnutzung überzeugen und mehr junge Leute für eine Karriere in der ditialen Technologie gewinnen.

Die Europäische Kommission hat an diesem Freitag ihren Digital Economy and Society Index (DESI) für 2018 veröffentlicht. Der Index vergleicht, wie viel Fortschritt die Mitgliedstaaten bei der digitalen Konnektivität, den digitalen Fertigkeiten im Internet, der Digitalisierung von Unternehmen und öffentlichen Diensten  gemacht haben.

Wie gut ist Belgien auf die digitale Zukunft vorbereitet?

Belgien hat seine Leistung in allen Bereichen verbessert. Allerdings rutscht dieses Land zwei Ränge auf dem europäischen Index nach unten.

Letztes Jahr belegte Belgien noch einen stolzen sechsten Platz nach den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Luxemburg. In diesem Jahr muss Belgien auch noch Irland und Großbritannien vorlassen. Der Grund: Die guten Leistungen der beiden Länder. Daneben spiegelten sich neue Initiativen noch nicht in der Statistik wieder, heißt es.

So soll der Digital Belgium Skills Fund zum Beispiel dafür sorgen, die Stagnation im Bereich menschlichen Kapitals umzukehren. Die digitalen Fertigkeiten verbessern sich nicht und die Zahl der Absolventen der Wissenschaft, Technologie des Ingenieurswesens und der Mathematik befindet sich "im freien Flug". Damit liegt Belgien unter den Mitgliedstaaten nur auf Platz 23.

Verbesserungsbedarf bestehe nach Auffassung der Kommission auch im Bereich der mobilen Konnektivität. Trotz der quasi vollständigen 4G-Abdeckung gehört die Nutzung des mobilen Breitbandes mit nur 73 Abonnenten auf hundert Einwohner zur niedrigsten in Europa.

Insgesamt schreitet die Digitalisierung Belgiens aber gut voran.  Belgien gehört weiterhin zur Gruppe der Musterschüler in der EU. Belgien wird zum Beispiel für Projekte wie BeCentral und Molengeek gelobt. Das sind Vorbild-Projekte für ganz Europa.

Die "Itsme"-Applikation für öffentliche online Dienste und die in Kürze auferlegte Pflicht der Nutzung medizinischer E-Rezepte würden die digitalen Leistungen Belgiens in den kommenden Jahren noch weiter verstärken, heißt es bei der Europäischen Kommission.

Belgien liegt mit seinem achten Platz übrigens immer noch vor Deutschland, das Platz 14. im DESI 2018 einnimmt. Dänemark, Schweden, Finnland und die Niederlande erreichten die höchsten Bewertungen im DESI 2018 und gehörten zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Digitalisierung, heißt es bei der Kommission.

Noch lange nicht genug...

In der gesamten EU schreitet die Digitalisierung zwar voran, doch reicht das nach wie vor nicht aus, um den Anschluss an die Weltspitze zu finden und die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten zu verringern.

Andrus Ansip, Vizepräsident für den digitalen Binnenmarkt, wird in einer Pressemitteilung der Kommission mit den Worten zitiert: "Das ist eine, wenn auch kleine, Verschiebung in die richtige digitale Richtung. Insgesamt macht die EU Fortschritte, aber noch nicht genug. Mittlerweile verbessern sich andere Länder und Regionen weltweit schneller. Deshalb sollten wir mehr in die Digitaltechnik investieren und den digitalen Binnenmarkt so bald wie möglich vollenden, um die digitale Leistungsfähigkeit Europas zu steigern, erstklassige Konnektivität, öffentliche Online-Dienste und einen florierenden E-Commerce-Sektor zu schaffen."