Sans-Papiers wollen nicht mehr schweigen: Demo am 10.6. in Brüssel

Die belgsiche Koordinationsstelle der Sans Papiers, also der Menschen, die sich ohne gültige Aufenthaltspapiere hierzulande aufhalten, veranstaltet am 10. Juni um 14 Uhr eine Protestkundgebung vor dem Nordbahnhof in Brüssel. Die Sans-Papiers in Belgien fordern bedingungslose Aufenthaltsgenehmigungen und protestieren gegen die Migrationspolitik der Europäischen Union und der Mitgliedstaaten. Laut Veranstalter sei das Ziel der Aktion, das Thema 'Regularisierung von Sans-Papiers' auf die Agenda des Wahlprogramms zu setzen.

"Seit 2014 versucht die Koordinationsstelle der Sans-papiers von Belgien die absurde Asyl- und Migrationspolitik in diesem Land zu bezwingen. Heute ist deutlich, dass die Regierung einen Weg geht,der sich immer weiter von den Menschrechten entfernt. Dieser Weg hat verheerende Folgen hervorgerufen. Kurz vor den Gemeinderatswahlen und ein Jahr vor den Regional- und Föderalwahlen sowie den Europawahlen, wollen wir nicht mehr über die Ungerechtigkeiten, die wir erfahren, schweigen", so die Koordinationsstelle der Sans-Papiers von Belgien.

Zahlreiche Migranten, die seit mehreren Jahren in Belgien wohnen, wo sie Beziehungen aufgebaut und Bindungen eingegangen sind, lehnen es ab, sich ständig für ihre Anwesenheit rechtfertigen und die Menschen daran erinnern zu müssen, dass auch sie Rechte haben, erklärt die Koordinationsstelle weiter.

"Einige Politiker schüren Hass und Ablehnung, aber für welchen politischen Nutzen? Wir brauchen Politiker, die nicht aus Feigheit schweigen. Die belgische Bevölkerung glaubt an Freiheit, Brüderlichkeit und Solidarität sowie an die unwiderrufliche Globalisierung."

Die Sans-Papiers fordern eine soziale Gerechtigkeit, ohne Ausschluß, eine hilfsbereite Migrationspolitik, die die Grundrechte respektiert und eine Integration der Sans-papiers ins belgische Recht, so die Koordinationsstelle für die Sans-Papiers in Belgien auch noch.