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Neue Vorschriften für Plastikprodukte, auch in Belgien

Die Europäer erzeugen jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Das muss aufhören, denn es belastet die Umwelt. Die Europäische Kommission hat jetzt ein neues Maßnahmepaket vorgestellt, das die Nutzung von Einweg-Kunststoffprodukten stark reduzieren soll. Produkte wie Plastikbesteck, Wattestäbchen, Plastikteller und Plastik-Strohhalme will die EU ganz verbieten lassen. Hierfür gibt es leicht verfügbare Ersatzprodukte. Die Kommission setzt künftig auch verstärkt auf das Recyceln und Wiederverwenden von Kunstoffabfällen.

Wird nicht gegen das Problem der Plastikberge vorgegangen, "wird 2050 in unseren Ozeanen mehr Plastik schwimmen als Fische", hieß es bereits Anfang des Jahres in einer Pressemitteilung der Kommission, die schon damals eine Plastikmüllstrategie vorlegte.

"Wir schlagen nun eine Richtlinie vor, die gegen 70 Prozent des Abfalls auf europäischen Stränden vorgeht", erklärte Vizepräsident Frans Timmermans an diesem Montag.

Produkte wie Plastikbesteck, Wattestäbchen, Plastikteller, Plastik-Strohhalme und Plastikhalterungen von Luftballons will die EU ganz verbieten lassen.

"All diese Produkte werden nicht verschwinden, sondern nur aus anderem Material hergestellt. Sie können auch weiterhin picknicken, Cocktails trinken und Ihre Ohren sauber machen, genau wie früher", so Timmermans.

Plastik-Trinkbecher und Kunststoffbehälter für Hamburger sowie für Take away-Mahlzeiten werden zwar nicht verboten, doch will die Kommission die Mitgliedstaaten dazu ermutigen, von ihrer Nutzung abzusehen.

Bis 2025 sollen zudem 90 Prozent aller Getränkeplastikflaschen gesammelt werden, damit sie recycelt werden können. Ein Pfandsystem, wie es Deutschland schon seit 2003 hat, soll dabei helfen. Dieser Vorschlag liegt derzeit auf dem Tisch der flämischen Regierung. Die Deckel sollen künftig an den Flaschen befestigt werden, so dass sie nicht verloren gehen. Bei problematischen Produkten wie Feuchttüchern werden sich die Produzenten an der Müllbeseitigung beteiligen müssen.

Dem Vorschlag der Europäischen Kommission muss eine Mehrzahl der Mitgliedsländer und das Europäische Parlament zustimmen. Doch sollen noch vor den Europawahlen im Frühjahr 2018 Ergebnisse erzielt werden.

Die Kommission fühlt sich durch die strengeren Vorschriften für Plastiktüten gestärkt. Diese wurden 2015 erlassen. 72 Prozent der Europäer sagen, dass sie seither weniger Tüten verwenden.

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