"Verkehrsstaus vertreiben Jobs aus Brüssel"

Die ständigen Staus und Mobilitätsprobleme in Brüssel und um Brüssel herum sorgen dafür, dass in der belgischen Hauptstadt kaum noch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd sind seit 2015 nur wenige hundert neue Jobs pro Jahr in Brüssel entstanden. Hemmnis für einen Job in Brüssel ist für viele das Pendeln.

In allen anderen Landesteilen in Belgien steigt die Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätzen jährlich um mehrere tausend Stellen, doch in Brüssel stagnieren diese Werte.

Nach Untersuchungen der Universität Löwen (KU Leuven) steigt in Brüssel die Zahl der Stellenangebote, während sich nur wenige Bewerber dafür entscheiden, hier einen neuen Job anzunehmen.

Eigentlich ist das Phänomen einfach zu erklären. Die Arbeitnehmer und auch die Arbeitgeber haben die Nase voll von den ständigen Verkehrsproblemen in und um Brüssel. Nicht wenige Unternehmen verlassen die Hauptstadt-Region und lassen sich in Flandern und in der Wallonie nieder, um dort neue Jobs zu schaffen. Das wirkt sich auf die Arbeitsmarktzahlen aus und zwar positiv in den Regionen im Brüsseler Umland und darüber hinaus und negativ in Brüssel selbst.

Dezentralisieren

Im untersuchten Zeitraum Juni 2015 bis Juni 2016 (das Problem ist also nicht neu) zogen hiesige Firmen rund 8.000 Stellen aus der Hauptstadt-Region ab, während lediglich 5.500 neue Stellen in Brüssel geschaffen werden konnten. Die Arbeitgeberverbände geben tatsächlich als Hauptgrund für diese Entwicklung die Mobilitätsprobleme von Brüssel an. Diese würden sich seit Jahren als ein echtes Hemmnis erweisen.

Beim regionalen Brüsseler Arbeitgeberverband BECI wird festgestellt, dass viele Unternehmen „Satelliten-Büros“ in Flandern und Wallonien eröffnen, während ihre Zentralen in der Stadt bleiben. Dezentralisieren sei zwar grundsätzlich keine schlechte Sache, doch die Politik müsse etwas grundlegendes an der Mobilitätsproblematik ändern. Dazu allerdings brauche es Visionen…