Gefunden: Die schlechteste Luft in Brüssel

Der Punkt mit der schlechtesten Luft in ganz Brüssel ist nach eigenen Messungen der Grünen Groen/Ecolo und von einigen Bürgern der Hauptstadt der Verkehrstunnel an der Basilika von Koekelberg. Insgesamt stellten die Brüsseler Grünen 190 Messröhrchen auf. Vielfach wurde die EU-Norm für Stickstoffoxyde (NO2) überschritten. Auf Ebene der Stadt Brüssel befinden sich übrigens nur neun offizielle Messpunkte. Die Brüsseler Regionalregierung konterte am Donnerstagnachmittag mit einen Prinzip-Abkommen zu einem Dieselaus ab 2030.
DESSART Victoria

Nach Messungen von Groen/Ecolo, die flämischen und die frankophonen Grünen in der Hauptstadt bilden eine gemeinsame Fraktion und ziehen gemeinsam in den Kommunalwahlkampf, und von einigen besorgten Bürgern ist der Punkt mit der schlechtesten Luft in ganz Brüssel die Ausfahrt aus dem Leopold II.-Tunnel an der Basilika von Koekelberg.

Die Grünen und viele besorgte Brüsseler Bürger haben diese Messungen selbst finanziert und geben an, „die Arbeit der Regionalregierung zu machen.“ Sie stellten 190 Messröhrchen auf, in denen Schadstoffe aus der Umluft gesammelt wurden, vor allem Stickstoffoxyde. Die grünen Oppositionellen und viele ehrenamtliche Mitarbeiter inspirierten sich dabei an der Aktion „Neugierige Nasen“ in Flandern, an der sich sogar die Landesregierung beteiligte.

35 Messpunkte mit Normüberschreitung

An einem Fünftel aller 190 Messpunkte wurde die EU-Norm für Stickstoffoxyde in der Umluft, die bei 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft liegt, überschritten. Zu den am meisten von Schadsoffen oder Feinstaub betroffenen Punkten gehörten u.a. der Meiserplatz in Schaarbeek (unweit des VRT-Funkhauses), der Flageyplatz in Elsene und die Louizalaan. Am Tunnelausgang vor der Basilika von Koekelberg wurde negative Höchstwert festgestellt: 67 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft…

Die Grünen werfen der Brüsseler Regionalregierung vor, in dieser Hinsicht nichts zu unternehmen. Besonders frappierend sei die Tatsache, dass viele Messpunkte mit überschrittenen NO2-Werten in der Nähe von Schulen oder Kindergärten liegen. Groen/Ecolo will die Resultate der Messungen der Regionalregierung vorlegen. In diesem Zusammenhang fordern die Grünen eine Maut für Brüssel, die für umweltschädliche Fahrzeuge gelten soll und eine Verbannung von Dieselautos bis 2025. Zudem müsse der gesamte Verkehrsdruck in der Hauptstadt gesenkt werden.

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Je größer der Punkt, je schlechter die Luft

Brüssel ab 2030 dieselfrei?

Kurz nach der Veröffentlichung der Messresultate durch die Brüsseler Grünen in Sachen schlechte Luft in der Hauptstadt gab die Regionalregierung bekannt, dass man sich auf ein Prinzip-Abkommen einigen konnte, mit dem die belgische Hauptstadt ab 2030 dieselfrei werden soll.

Dieser Plan folgt quasi nur Stunden nach dem die deutsche Stadt Hamburg ein Dieselverbot für zwei Straßen erlassen hatte. Brüssels Umweltministerin Céline Fremault (CDH) und die Brüsseler Staatssekretärin für Verkehrssicherheit, Bianca Debats (CD&V) wollen dieses Vorhaben Schritt für Schritt umsetzen und die Hauptstadt zu einer dieselfreien Umweltzone machen.

Brüssels regionaler Verkehrsminister Pascal Smet (SP.A) begrüßte das Abkommen mit den Worten: „Unsere wichtigsten Wege sind die Atemwege…“ Kritiker bemerkten allerdings bereits am Donnerstagnachmittag, dass dieses „prinzipielle Abkommen“ noch in den Kinderschuhen stecke und wohl dem Kommunalwahlkampf geschuldet sei.