foto Peter Hilz (C)

Brüsseler Klimaplan: 40 % weniger Treibhausgase

Die belgische Hauptstadt Brüssel hat ihren aktuellen Klimaplan vorgestellt. Mit diesem Plan will die Stadt den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 40 % gegenüber dem Wert von 1990 zurückdrängen. Zudem soll der Anteil an erneuerbaren Energiequellen erhöht und der Energieverbrauch verringert werden. Brüssel folgt hier einer Initiative der EU und schloss damit eine „Konvention der Bürgermeister“ ab.

Diese „Konvention der Bürgermeister“ ist eine Initiative der Europäischen Kommission und die Europäische Union soll überprüfen, ob sich die sich dahingehenden Initiativen von Städten und Gemeinden auch eingehalten werden. Diese kommunalen Bürgermeisterkonventionen gelten als verpflichtende Initiativen.

Die Stadt Brüssel mit ihren Gemeinden Brüssel, Laken, Neder-Over-Heembeek und Haren hat in ihrem Klimaplan ambitionierte Ziele anvisiert. Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis 2030 um 40 % gegenüber dem Wert von 1990 zurückgedrängt werden. Zudem soll der Anteil an erneuerbaren Energiequellen auf 27 % erhöht und der Energieverbrauch um 27 % verringert werden.

Nicht vergessen sollte man, auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt auffällt, dass die Stadt Brüssel in dieser Hinsicht schon einen langen Weg zurückgelegt hat. Der CO²-Ausstoß konnte seit 2008 um 16 % gesenkt werden und alleine die kommunale Verwaltung schaffte es, ihren CO²-Ausstoß um 18 % zu verringern.

An Motivation mangelt es also nicht. Und darauf zielen die Initiatoren des Brüsseler Klimaplans. Sie hoffen, dass sich die Bewohner der Stadt darauf einlassen. Die Basis des Vorhabens ist der Klimaplan von 2008. Bei Befragungen der Bürger kamen rund 300 konkrete Ideen heraus. 35 dieser Ideen wurden am Mittwoch in Brüssel vorgestellt.

Eine Auswahl:

- Brüssel wird sein altes Verwaltungsgebäude durch einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Neubau ersetzen und Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und Flächen installieren
- Grünflächen, Parks, Wege und Gassen sowie Rad- und Wanderwege werden miteinander verbunden
- Prämien für das Einspeisen von Restwasser in die Böden, für Bepflanzungen auf (Flach)Dächern und für Initiativen von Bürgern und Bürgerinitiativen, die öffentliche Grünanlagen anlegen möchten
- Eine Wasser-„Task Force“, die vermeiden soll, dass Regenwasser aufgefangen und genutzt wird und nicht länger in den Kanälen versichert
- Events zur Sensibilisierung der Bevölkerung zu nachhaltigen und klimafreundlichen Initiativen mit Praxisworkshops anhand von funktionierenden Beispielen
- Die Stadt Brüssel will Rat und Expertise bei Universitäten und Hochschulen sowie bei regierungsunabhängigen Verbänden (NGO’s) einholen
- Die Stadt will ihre Einkaufs- und Anschaffungspolitik nachhaltig gestalten, auch im Hinblick auf soziale und ethische Bedürfnisse, auf Ebene von Waren und Gütern und auf Energie und Versorgung
- Es sollen für die Verwaltung E-Autos und hybride Fahrzeuge angeschafft werden
- Die alte Beleuchtung soll durch moderne und sparsame LED-Leuchten ersetzt werden
- Leerstehende kommunale Gebäude sollen Initiativen und Vereinigungen, die sich der nachhaltigen Entwicklung verschrieben haben, zur Verfügung gestellt werden
- Brüssel bittet seine Bürger und sein Personal darum, selbst in dieser Hinsicht aktiv zu werden
- Restaurant- und Gaststättenbetreibern wird empfohlen, ihren Speisekarten vermehrt vegetarische Gerichte hinzuzufügen (deren ökologischer Fußabdruck, bzw. CO²-Ausstoß sei um 50 % geringer als bei Fleischmahlzeiten).