Lüttich: Wer sind die Opfer des Todesschützen?

Benjamin Herman erschoss bei seinen wahnwitzigen Amoklauf am Dienstagvormittag in der Innenstadt von Lüttich kaltblütig drei Menschen und er verletzte mehrere weitere Polizisten. Wer waren die unglücklichen Opfer, um die das ganze Land und im Besondern die Polizei in ganz Belgien trauert?

Zwei tote Polizistinnen

Zunächst stach Benjamin Herman zwei Polizistinnen mit einem Messer in den Rücken, was sie unschädlich machte. Danach nahm er ihnen ihre Dienstwaffe ab und exekutierte sie regelrecht mit Kopfschüssen. Die Opfer waren Soraya Belkacemi (45 - Foto oben) und Lucile Garcia (53 - Foto oben). Garcia stammt aus Verviers bei Lüttich und war Hilfspolizistin. Bevor sie nach Lüttich kam, war sie in der Polizeizone Brüssel-Montgomery tätig. Sie hatte gerade erst geheiratet und war auch gerade erst Großmutter geworden.

Soraya Belkacemi war ebenfalls Hilfspolizistin. Sie gehörte schon länger zu einer Lütticher Einheit. Sie hatte gerade erst ihre Berechtigung erlangt, eine Dienstwaffe tragen zu dürfen. Diese Waffe wurde der Mutter von 13jährigen Zwillingen, die schon ihren Vater verloren haben, auf tragische Weise zum Verhängnis.

Ein 22 Jahre alter Student

Nach dem Herman die beiden Polizistinnen umgebracht hatte, stieß er auf ein Auto, was dort an einer roten Ampel wartete. Vermutlich wollte er den Wagen stehlen und schoss auf den 22 Jahre alten Studenten Cyril Vangriecken (Foto oben) aus Vottem bei Lüttich. Auf den Fahrersitz saß dessen Mutter, die jedoch flüchten konnte.

Letztendlich sah Herman wohl davon ab, das Auto zu stehlen und verschwand in Richtung Lyzeum Léonie-de-Waha. Vangriecken studierte in Lüttich auf Lehramt und sollte am Dienstag seine Endarbeit abgeben. Die Klausuren an seinem Institut wurden nach dem tragischen Ereignis vorerst abgesagt.

Vier verletzte Polizisten

Als Benjamin Herman bemerkte, dass eine Sondereinheit der Polizei vor der Schule, in der er sich mit einer Geisel, eine Putzfrau aus dem Lyzeum, geflüchtet hatte, stürmte er mit den erbeuteten Polizeiwaffen schießend hinaus. Dabei traf er zwei Polizisten der Sondereinheit PAB in die Beine. Einer der beiden schwebte zeitweise in Lebensgefahr, weil eine Kugel eine Schlagader traf. Daneben wurden noch zwei Beamte der Kripo von Streifschüssen getroffen.

Ein ehemaliger Zellengenosse

Bei seinem mutmaßlich vierten Opfer handelt es sich um den 30 Jahre alten Michael Wilmet aus One bei Marche-en-Famenne (Provinz Luxemburg). Wilmet wurde erschlagen in seiner Wohnung gefunden. Er hatte früher einmal mit Benjamin Herman in einer Zelle gesessen und soll ihm danach auch Drogen verkauft haben. Möglicherweise haben beide gemeinsam am Montagabend einen Einbruch in einen Juwelierladen in Hermans Heimatstadt Rochefort begangen. Weitere Details müssen die Ermittlungen noch ergeben.