BELGA/VIDAL

Bahnunfall: Prozessbeginn 8 Jahre nach Buizingen

Mehr als acht Jahre nach schweren dem Zugunglück von Buizingen in Flämisch-Brabant beginnt an diesem Dienstag der Prozess vor dem Polizeigericht von Halle. Bei dem Unfall im Februar 2010 waren bei einem Zusammenstoß von zwei Reisezügen 19 Menschen ums Leben gekommen und mehrere Hundert Fahrgäste verletzt worden.

Am 15. Februar 2010 stießen in der Nähe des Bahnhofs von Buizingen ein Regionalzug auf dem Weg von Löwen nach s’Gravensbrakel und ein Intercity von Quiévrain nach Lüttich zusammen. Dabei kamen 19 Menschen ums Leben und 310 Fahrgäste wurden verletzt, elf davon schwer.

Jetzt müssen sich die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB der bahneigene Infrastrukturdienstleister Infrabel und einer der beiden Lokführer der Züge vor Gericht verantworten. Ermittlungen zur Ursache dieses Bahnunfalls, die jahrelang angedauert hatten, ergaben, dass der Lokführer wahrscheinlich ein Haltesignal überfahren hatte. Dieser Lokführer hatte den Unfall überlebt.

Bahn und Infrabel müssen sich in diesem Zusammenhang wegen Nachlässigkeit verantworten, da die betroffenen Züge nicht mit allen gängigen Sicherheitssystemen ausgerüstet waren. Auch die Infrastruktur an den Gleisen sei den Anforderungen der damaligen Sicherheitsbedingungen nicht gewachsen gewesen, so die Anklage. An dem Verfahren sind insgesamt 730 Personen beteiligt: Die Betroffenen, Angehörige von Opfern und die drei Verdächtigen.