Bald kein Plastik mehr auf Flanderns Festivals?

Viele Rock- oder Popfestivals auch in Flandern arbeiten mit Unmengen an Plastik, z.B. Becher oder Plastikbestecke beim Catering. Doch das soll bald ein Ende haben. Flanderns Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) arbeitet derzeit an einem Dekret, dass Plastik auf Festivals ab dem kommenden Jahr weitgehend vermeiden soll.

Umweltministerin Schauvliege gab der flämischen Abfallgesellschaft OVAM den Auftrag, einen gesetzlichen Rahmen für weniger Plastik bei Großveranstaltungen zu schaffen. OVAM wird schon in der kommenden Festivalsaison über Versuchsprojekte testen, was machbar ist, schreiben die flämischen Tageszeitungen Het Laaste Nieuws und De Morgen dazu.

1,6 Millionen Einwegbecher

Einen Anfang machen dieses Jahr, unabhängig von den Bestrebungen auf Landesebene, auf Plastik zu verzichten, die Genter Stadtfeste. Hier soll es im Juli nur wiederverwendbare Plastikbecher in einem Mehrwegsystem geben. Dazu haben die Veranstalter 500.000 Becher angeschafft, die die rund 1,6 Mio. (!) jährlich verwendeten Wegwerfbecher ersetzen sollen. Die Festivalbesucher zahlen pro Becher 1 € Pfand, der ihnen wieder zurückerstattet werden wird.

Im kommenden Jahr schon werden international bekannte und beliebte flämische Festivals, wie Rock Werchter, Pukkelpop oder Tomorrowland wohl ebenfalls auf Pfandbecher umschalten. Pro Festival werden hier mehrere Zehntausend Besucher gezählt. Bei den Genter Feesten kommen innerhalb von zwei Festivalwochen in der Innenstadt gut und gerne anderthalb Millionen Besucher zusammen.

Sitzmöbel aus Abfallbechern

 

Der belgische Brauereigigant AB InBev, der als Sponsor und Lieferant auch flämische Festivals mit Getränken bestückt, lässt aus den Abfallbechern des Techno- und Dancefestivals Tomorrowland in Boom bei Antwerpen mit 3D-Drucker Sitzmöbel machen. Diese Möbel könnten bei den Festivals aufgestellt werden oder als originelles Terrassenmobiliar vor Cafés.