Benelux wird 60: Gefeiert wird in Brüssel

Der vor 60 Jahren zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg unterzeichnete Kooperationsvertrag ist 10 Jahre älter als die heutige Europäische Union, fußt aber bereits auf Absprachen, die noch während des Zweiten Weltkriegs von den jeweiligen Exilregierungen in London getroffen wurden. Unser Archivfoto von November 2017 zeigt Belgiens Premier Charles Michel (MR) und seine Amstkollegen aus den Niederlanden, Marc Rutte, und aus Luxemburg, Xavier Bettel.

Schon 1943 beschlossen die Exilregierungen der drei Länder in London eine engere Zusammenarbeit. Dort wurde noch 1944 die gemeinsame Zollunion vereinbart. Doch es sollte noch bis zum 3. Februar 1958 dauern, bis aus dieser Zollunion eine gemeinsame Wirtschaftsunion werden konnte. Diese Benelux-Union ist damit 10 Jahre älter als die Europäische Union, die damals noch EWG hieß, Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Benelux gilt eigentlich als die „Keimzelle“ der EU, denn auf der Zollunion Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs ist das heutige Europa aufgebaut.

Zunächst war der Benelux-Vertrag auf 50 Jahre ausgelegt, doch 2008 wurde er verlängert. Damit wurde dieser Union auch eine bis heute spürbare neue Dynamik eingehaucht. Dieser Staatenverbund, bzw. die drei Länder der Benelux, sind allesamt sowohl Mitglied der EU, als auch der Eurozone. Wirtschaftlich hat das Ganze im heutigen Kontext kaum noch eine Bedeutung, doch politisch und gesellschaftlich hat die Benelux-Union ein hohes Ansehen.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb der 60. Geburtstag des Benelux-Abkommens in Brüssel in diesen Tagen gefeiert wird. Turnusgemäß führt Belgien in diesem Jahr den Vorsitz und organisiert damit auch diese Feierlichkeiten, zu denen König Philippe den niederländischen Monarchen, König Willem Alexander, und Großherzog Henri von Luxemburg in die belgische (und europäische) Hauptstadt eingeladen hat.