Ehrung für die Opfer und die Helden von Lüttich

Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) kündigte an, allen Opfern und allen Helden des Anschlags von Lüttich am 29. Mai das Verdienstkreuz Erster Klasse zu verleihen. Das ist eine der höchsten zivilen Auszeichnungen, die in Belgien vergeben werden.

Die Opfer des Anschlags von Lüttich, die beiden Polizistinnen und der 22 Jahre alte Student, sowie alle von Kugeln getroffenen Polizeibeamten, das sind vier an der Zahl, werden mit dem Verdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

Doch nicht nur den Opfern wird diese Ehrung zuteil, sondern auch den beiden „Helden“ des Anschlags. Das ist zum einen die Putzfrau des Waha-Lyseums von Lüttich, die an den Täter appellierte, keine weiteren Menschen zu erschießen, während sie Lehrern und Schülern mit Zeichen hinter ihren Rücken verständlich machte, sich zu verstecken.

Das ist zum anderen der Wirt von „Café Augustin“, der Kunden versteckte und der dem Täter eine Ohrfeige gab, um ihn aus seinem Lokal zu werfen. Den beiden Polizistinnen wurde diese Ehre anlässlich ihrer Beerdigung posthum zuteil (Foto).

Die Beerdigung der beiden Lütticher Polizistinnen am Dienstag war ein beeindruckendes Schauspiel. Neben unzähligen Polizisten und anderen Uniformträgern nahmen auch tausende Bürger an der Trauerfeier teil. Landesweit formierten sich Ehrengarden vor den einzelnen Polizeiwachen und den Kommissariaten in den größern Städten.