Neue Annäherung zwischen Belgien und Ruanda?

Ruandas Präsident Paul Kagame und Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) haben am Dienstagabend die bilateralen Relationen beider Länder besprochen. Anlass für die Gespräche zwischen Belgien und seiner ehemaligen Kolonie Ruanda ist ein neuer Mehrjahresplan zur gemeinsamen „indikativen“ Zusammenarbeit, der gerade verhandelt wird.

Ziel ist, dieses Kooperationsabkommen Anfang 2019 umzusetzen. Bis dahin soll geklärt sein, „wo Belgien einen Mehrwert darstellen“ kann. Im Vorfeld hatte eine hochranginge Regierungsdelegation Ruanda mehrmals besucht. Das ostafrikanische Land Ruanda entwickelt sich in den Augen der Weltbank wirtschaftlich „spektakulär.“

Seit dem Ende des Völkermords in Ruanda 1994 unterstützt die Weltbank das Land auf Ebene von Energie, Landwirtschaft sowie Transport und Logistik.

Doch auch in Belgien steht die frühere Kolonie in der Kritik, denn Präsident Kagame, derzeit Vorsitzender der Union Afrikanischer Länder, wird regelmäßig vorgeworfen, es in Sachen Demokratie und Presse- oder Meinungsfreiheit, vorsichtig gesagt, nicht immer genau zu nehmen. Kagame wohnt am Dienstag und am Mittwoch den Europäischen Entwicklungstagen bei und traf auch mit König Philippe zusammen (Foto unten).

Im Zuge des Genozids von Ruanda wurden zwischen April und Juni 1994 rund 800.000 Menschen teils bestialisch umgebracht. Darunter waren auffallend viele Angehörige der Tutsi-Minderheit.