Ausstellung über polnische Befreier in Flandern in Warschau

In Warschau ist in dieser Woche eine Ausstellung eröffnet worden, die ein Privatmann zusammengestellt hat. Diese Ausstellung widmet sich dem polnischen General Stanislaw Maczek (Foto), der 1944 mit seiner 1. Polnischen Panzerdivision nach der Invasion der Alliierten in der Normandie gleich mehrere flämische Städte von den deutschen Besatzern befreien konnte.

Die Ausstellung, die jetzt in Warschau eröffnet wurde, entstammt der emsigen Arbeit des früheren Stadtsekretärs von Tielt, Dirk Verbeke. Tielt ist eine der westflämischen Städte, die General Maczek mit seiner Panzerdivision befreien konnte. Seine Truppen vertrieben auch in Roeselare, in Poperinge, in Ruislede, in Aalter und in Stekene die deutschen Truppen sowie auch aus dem ostflämischen Gent. Dazu nutzten die Polen auch wichtige Informationen, die sie von Bürgern und von Widerständlern erhalten hatten.

Heimatlos…

Traurig an der Geschichte ist allerdings die Tatsache, dass die polnischen Soldaten, die unter General Maczek in Belgien gedient hatten, nicht mehr nach Hause in Polen zurückkehren konnten. Ihnen wurde der Zugang zu ihrer Heimat von der Sowjetunion untersagt, die dort die Macht übernommen hatte. Die Sowjets und die kommunistischen Machthaber in Polen wollten nichts mehr mit Soldaten zu tun haben, die zu den Alliierten oder zu den US-Truppen im Zweiten Weltkrieg gehört hatten. Viele blieben hier in Belgien. Zwischen 1945 und 1947 wurden übrigens rund 300 Ehen zwischen ehemaligen polnischen Soldaten und Frauen aus Belgien geschlossen…

Auch bald in Flandern zu sehen

Die Ausstellung, zu deren Eröffnung in Warschau auch Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) und Carl Decaluwé, der Gouverneur der Provinz Westflandern zugegen waren, besteht vor allem aus Fotos und aus audiovisuellem Material. In der polnischen Hauptstadt arbeitete die dortige flämische Vertretung intensiv mit an der Konzeption. Doch nur etwa 15 % der rund 800 Originalfotos aus dem Archiv von Dirk Verbeke fanden einen Platz in der Ausstellung… Bis Ende Juli ist diese Ausstellung noch in Warschau zu sehen. Danach zieht sie nach Danzig um. Ab 2019 wird sie in allen flämischen Städten und Gemeinden gezeigt, die 1944 von den Polen unter General Maczek befreit wurden. Polens Botschafter in Brüssel, Artur Harazim, wünscht sich, dass diese Ausstellung danach in die Archive des Königlichen Museums für Armee und Kriegsgeschichte in Brüssel übernommen wird.